{"id":2014,"date":"2018-05-11T07:12:38","date_gmt":"2018-05-11T05:12:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=2014"},"modified":"2024-09-02T17:12:39","modified_gmt":"2024-09-02T15:12:39","slug":"landarbeiterstreik-und-solidaritaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/landarbeiterstreik-und-solidaritaet\/","title":{"rendered":"Landarbeiterstreik und Solidarit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-margin-bottom:0px;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Die Bearbeitung der Weing\u00e4rten in Rust erfolgte zumeist durch Landarbeiter. Aufgrund von Lohndifferenzen mit ihren Arbeitgebern, den B\u00fcrgern von Rust, traten am 12. Juni 1924 350 Ruster Landarbeiter in Streik. Die Arbeitgeber setzten zun\u00e4chst auf Zeit. Die Solidarit\u00e4t der Arbeiter aus den Industriegebieten mit den Landarbeitern von Rust wendete jedoch das Blatt und die Arbeitgeber mussten nach 10 Streiktagen den Forderungen der Landarbeiter nachgeben.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rust.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2015\" src=\"http:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rust-300x153.jpg\" alt=\"Landarbeiter\" width=\"300\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rust-200x102.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rust-300x153.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rust-400x204.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rust-600x306.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rust-768x392.jpg 768w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Rust.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die sozialdemokratische Wochenzeitung <em>\u201eBurgenl\u00e4ndische Freiheit&#8221; (BF) freute sich \u00fcber den Erfolg und <\/em>widmete in ihrer Ausgabe vom <em>4. <\/em>Juli <em>1924 <\/em>dem Streik unter dem Schlagwort <em>\u201eRust (Ein harter Kampf, aber ein pr\u00e4chtiger Sieg)<\/em> einen langen Bericht<em>.<br \/>\n<\/em><em>\u201eObwohl nun letztere (Anm.: Weinbauern der Umgebung) f\u00fcr ihren Wein pro Liter 7.000 K erhalten, zahlen sie 20.000 bis 25.000 K Taglohn mit voller Verpflegung; w\u00e4hrend die Ruster B\u00fcrgerbauern ihren Wein mit 15.000 K verkaufen, entlohnen die die Arbeiter mit 20.000 bis 24.000 K ohne Verpflegung. Es ist selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df ein solcher Lohn zum Leben zuwenig und zum Sterben zu viel ist. Dabei wird jeder regnerische Tag abgezogen, und w\u00e4hrend der monatelangen Arbeitspause im Winter haben die Arbeiter keinen Heller Geld. In dieser Zeit bekommen sie vom Arbeitgeber Vorsch\u00fcsse, welche sie im Sommer abarbeiten m\u00fcssen. [\u2026] Das Aussehen der Arbeiter ist danach, und dem gleicht ihr Leben. Um 5 Uhr fr\u00fch Ersatzkaffe, um 8 Uhr ein St\u00fcck trockenes Brot, mittags einen trockenen Sterz und abends wieder ein St\u00fcck Brot und ein Kr\u00fcgel \u201eWasserla&#8221;, ein schmutziges, \u00fcberriechendes Getr\u00e4nk, welches den unverdienten Namen Trinkwein tr\u00e4gt. [\u2026], und auch heuer konnte es guten Muts gewagt werden, den Kampf um geordnete Lohn und Arbeitsverh\u00e4ltnisse aufzunehmen. [\u2026] 300 Arbeiter und Arbeiterinnen traten begeistert in den Ausstand, und obwohl kein Geld und kein Brot vorhanden war, erkl\u00e4rten sich alle mit Freude bereit, entschlossen auszuharren. Eine Anzahl von ihnen schn\u00fcrten ihr B\u00fcndel und wanderten in die Fremde, um die Daheimgebliebenen zu unterst\u00fctzen. [\u2026] Nun versuchte man die Kleinh\u00e4uslers\u00f6hne, welche bei den Frontk\u00e4mpfern \u201edienen&#8221;, als Streikbrecher zu verwenden, aber auch dies blieb ohne die gew\u00fcnschte Wirkung. [\u2026] Nun legte sich die Landesregierung ins Mittel, und eine Kommission, bestehend aus Herrn Regierungsrat Guth und den Landesr\u00e4ten Till und Koch, wurde nach Rust entsendet. Vergebliche M\u00fche. Selbst dem christlichsozialen Landesrat Koch wurde die Geschichte schon zu bunt, doch waren die B\u00fcrger zu Verhandlungen nicht zu bewegen. Ihre Hoffnung war, da\u00df der Hunger die Arbeiter selbst wieder zur\u00fccktreiben w\u00fcrde, aber auch hier sollten sie eine arge Entt\u00e4uschung erleben. Die Genossen aus Neufeld, Hornstein und Stinkenbrunn sammelten Lebensmittelspenden, welche Samstag fr\u00fch in Rust einlangten. Ungeheurer Jubel auf der einen, lange Gesichter, \u00e4rgste Entt\u00e4uschung auf der anderen Seite. Als nun die B\u00fcrger von Rust nicht mehr auf ihren Verb\u00fcndeten, den Hunger, rechnen konnten, unterzeichneten sie Sonntag den 22. Juni nach m\u00fchevollen Unterhandlungen der Genossen Till und Widmayer den Vertrag, der eine 50- bis 60 prozentige Lohnerh\u00f6hung und andere Beg\u00fcnstigungen bringt.<br \/>\n<\/em><em>Der ganze Streik verlief ohne Zwischenfall, abgesehen von den paar Jammerlappen von Streikbrechern, welche die Retter der B\u00fcrger von Rust sein wollten. Die Genossen aus Rust danken nochmals herzlichst f\u00fcr alle Spenden, welche ihnen aus den Ortschaften zugekommen sind. [\u2026] B\u00fcrger von Rust! Betrachtet den Arbeiter als Menschen, der dasselbe Recht zum Leben hat wie ihr!&#8221; <\/em>(Artinger Heribert: Chronik der Stadtgemeinde Rust. S.105)<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bearbeitung der Weing\u00e4rten in Rust erfolgte zumeist durch Landarbeiter. Aufgrund von Lohndifferenzen mit ihren Arbeitgebern traten am 12. 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