{"id":2358,"date":"2019-02-05T09:33:19","date_gmt":"2019-02-05T08:33:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=2358"},"modified":"2024-09-02T17:23:11","modified_gmt":"2024-09-02T15:23:11","slug":"hochzeit-mit-nachgeschmack","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/hochzeit-mit-nachgeschmack\/","title":{"rendered":"Hochzeit mit \u201eNachgeschmack\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Niederschlagung der Revolution 1956 in Ungarn und der darauf rigiden politischen Machtaus\u00fcbung mieden die Filmgesellschaften vielfach Ungarn als Drehort. Zunehmend wurde das Burgenland mit seiner ungarn\u00e4hnlichen Kulisse als Alternative entdeckt. Nicht immer entsprachen jedoch die Forderungen den Vorstellungen der Betroffenen.<br \/>\nSo schrieb die Zeitschrift \u201eDer Seewinkel\u201c \u00fcber Drehaufnahmen in Wallern 1962:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Hochzeoit.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2359\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Hochzeoit-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"298\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Hochzeoit-66x66.jpg 66w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Hochzeoit-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Hochzeoit-200x199.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Hochzeoit-300x298.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Hochzeoit-400x398.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Hochzeoit-600x597.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Hochzeoit.jpg 704w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eAm 2. Oktober hielt im Hause der Herren Heinrich und Hermann Unger, Bahngasse Nr. 9, das Aufnahmeteam einer M\u00fcnchener Filmgesellschaft Einzug, um im Hofe dieses ebenso sch\u00f6nen wie typischen Seewinkler Hauses eine \u201eungarische Hochzeit\u201c zu filmen. Mit allem D\u00b4rum und D\u00b4ran nat\u00fcrlich und deshalb hatte man \u00fcberall Kukuruzkolben und roten Paprika aufgeh\u00e4ngt, es wurde handfest \u201eCs\u00e1rdas\u201c getanzt und die M\u00e4dchen hatten, wie es sich geh\u00f6rt, rote Stiefelchen an. Nat\u00fcrlich gab es viele Zuschauer und bald griff die gute Stimmung der Darsteller auf alle Anwesenden \u00fcber und so vermischte sich das drehbuchgem\u00e4\u00dfe Spiel immer mehr mit fr\u00f6hlicher Wirklichkeit. Als \u201eBraut\u201c hatte man eine Ortsans\u00e4ssige ausgew\u00e4hlt, es war dies Fr\u00e4ulein Christa Simeonoff, Tochter eines bulgarischen Paprikag\u00e4rtners aus Wallern. Fr\u00e4ulein Simeonoff spielte die ihr anvertraute Rolle mit gro\u00dfer Nat\u00fcrlichkeit und allem Schwung.<br \/>\nWeniger Fr\u00f6hlichkeit brachte dann die Honorierung der \u00f6rtlichen Filmhelfer mit sich, als der Aufnahmeleiter den beiden Herren Unger je knappe 500 Schilling in die Hand dr\u00fcckte, obwohl man das Haus gr\u00fcndlichst auf den Kopf gestellt und die Bewohner den ganzen Tag von ihrer Arbeit abgehalten hatte. Die aus der Ortsbev\u00f6lkerung rekrutierten Statisten bekamen \u00fcberhaupt nur 10 Schilling pro Stunde. Und bei all dem gab es auch noch Palaver um die Bezahlung \u00fcberhaupt, um die, wie es den Anschein hatte, die sonst in D-Mark rechnende Filmgesellschaft am liebsten g\u00e4nzlich herumgekommen w\u00e4re. Es war daher eine Hochzeit mit \u201aNachgeschmack\u2018.\u201c<br \/>\n(Der Seewinkel, 1962, Folge 7, Seite 5)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Niederschlagung der Revolution 1956 in Ungarn und der darauf rigiden politischen Machtaus\u00fcbung mieden die Filmgesellschaften vielfach Ungarn als Drehort. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2359,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[281,41],"tags":[125],"class_list":["post-2358","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-281","category-soziales","tag-wallern"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2358"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2358\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2360,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2358\/revisions\/2360"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2359"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}