{"id":2585,"date":"2019-08-11T08:31:02","date_gmt":"2019-08-11T06:31:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=2585"},"modified":"2024-09-02T17:31:06","modified_gmt":"2024-09-02T15:31:06","slug":"grenzziehung-fuehrt-zu-kuendigungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/grenzziehung-fuehrt-zu-kuendigungen\/","title":{"rendered":"Grenzziehung f\u00fchrt zu K\u00fcndigungen"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"DE-AT\" style=\"font-family: 'Verdana',sans-serif;\"><span style=\"color: #000000;\">In der Region Mogersdorf erlangte der Tabakanbau eine wichtige Bedeutung. Bereits im 17. Jahrhundert wurde in St. Gotthard eine Tabakfabrik errichtet. F\u00fcr die industrieschwache Region wurde diese Fabrik zu einem wichtigen Arbeitgeber, in der insbesondere Frauen eine Besch\u00e4ftigung fanden. Die neue Grenze nach der Angliederung des Burgenlandes wirkte sich katastrophal auf die wirtschaftliche Situation aus. Viel Arbeitspl\u00e4tze in St. Gotthard gingen dabei verloren. Aus politischen Gr\u00fcnden verloren 80 Personen, 13 P. aus Mogersdorf, sechs aus Deutsch-Minihof, f\u00fcnf aus Wallendorf, eine aus Potschendorf\/heute Rosendorf, eine aus Weichselbaum, vier aus Krobothek, 15 aus Heiligenkreuz, zwei aus Poppendorf, sechs aus K\u00f6nigsdorf, sieben aus Dobersdorf, eine aus Eltendorf, vier aus Zahling, eine aus Dt. Kaltenbrunn, f\u00fcnf aus Rudersdorf, drei aus Kukmirn und vier aus Neusiedl bei G\u00fcssing, davon 77 Frauen, ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig wurden 250 ungarische Arbeiter und Arbeiterinnen aus Ungarn neu eingestellt. Die Arbeiter und Arbeiterinnen f\u00fcrchteten um ihre Pensionen und Abfertigungen.<br \/>\n<\/span><\/span><span lang=\"DE-AT\" style=\"font-family: 'Verdana',sans-serif;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Tabakfabrik2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2586\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Tabakfabrik2-300x161.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"161\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Tabakfabrik2-200x108.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Tabakfabrik2-300x161.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Tabakfabrik2-400x215.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Tabakfabrik2-600x323.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Tabakfabrik2.jpg 647w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Polizei Jennersdorf meldete am 16.10.1923: <\/span><\/span><span lang=\"DE-AT\" style=\"font-family: 'Verdana',sans-serif;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eAd Auftrag Z: 5-1497 wird berichtet, da\u00df am 23.IX.l.J. alle bgld. Arbeiter, die in der Tabakfabrik in St. Gotthard besch\u00e4ftigt waren gek\u00fcndigt und am 11.X.l.J. entlassen worden waren.<br \/>\n<\/span><\/span><span lang=\"DE-AT\" style=\"font-family: 'Verdana',sans-serif;\"><span style=\"color: #000000;\">Die K\u00fcndigung bzw. die Entlassung erfolgte angeblich wegen Absatzstockungen der Rauchsorten, doch wollen die Arbeiter nicht glauben, da\u00df dies der wahre Grund sein, sondern wurde den bgld. Arbeitern seit der Besitznahme des Burgenlandes durch \u00d6sterreich, bei jeder Gelegenheit mit der Entlassung gedroht. Im Ganzen wurden von der K\u00fcndigung 83 Arbeiter betroffen, davon sind 40 Arbeiter \u00fcber 10-28 Jahre, die \u00fcbrigen weniger als 10 Jahre in der Fabrik besch\u00e4ftigt.<br \/>\n<\/span><\/span><span lang=\"DE-AT\" style=\"font-family: 'Verdana',sans-serif;\"><span style=\"color: #000000;\">Ferner waren die bgld. Arbeiter in der Entlohnung gegen\u00fcber den ung. St\u00e4ndig im Nachteil und erhielten wohl den gleichen Geldbetrag wir die ung. Arbeiter aber keine Naturalien (Fett, Mehl, Zucker, Schuhe). Eine Vorsprache beim Direktor mit dem Ersuchen um Gleichstellung wurde schon fr\u00fcher mit Androhung der Entlassung beantwortet. [\u2026]<br \/>\n<\/span><\/span><span lang=\"DE-AT\" style=\"font-family: 'Verdana',sans-serif;\"><span style=\"color: #000000;\">Gleichzeitig wurde den Arbeitern er\u00f6ffnet, dass wenn sie sich f\u00fcr Ungarn bekennen und dahin \u00fcbersiedeln, k\u00f6nnen in der Fabrik weiterverbleiben. [&#8230;] Alle Arbeiter bis auf Korpitsch Alois und Schmidt Mathias aus Mogersdorf sind entschlossen unter diesen Bedingungen die Arbeit nicht mehr aufzunehmen und haben sich besprochen am Samstag den 20.d.M. gemeinsam in St. Gotthard zwecks Erlangung der Arbeits- und Entlassungsbest\u00e4tigung sind einzufinden. Die zwei Vorgenannten haben f\u00fcr Ungarn optiert und sind nach Windischdorf (Ungarn) \u00fcbersiedelt.<br \/>\n<\/span><\/span><span lang=\"DE-AT\" style=\"font-family: 'Verdana',sans-serif;\"><span style=\"color: #000000;\">Tats\u00e4chlich wurde den Arbeitern die l\u00e4nger als 10 Jahre in der Fabrik besch\u00e4ftigt waren, gesagt, sie sollen sich wegen Erhalt einer Pension an die \u00f6sterr. Beh\u00f6rde wenden, von Ungarn bekommen sie nichts, weil \u00d6sterreich das Burgenland den Ungarn ohne Entsch\u00e4digung weggenommen habe und die Arbeiter seien selbst schuld, da\u00df diese Ma\u00dfnahme getroffen werde, weil sie bei der Abstimmung immer hoch \u00d6sterreich gerufen und f\u00fcr \u00d6sterreich gestimmt haben.<br \/>\n<\/span><\/span><span lang=\"DE-AT\" style=\"font-family: 'Verdana',sans-serif;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach Angabe der Arbeiter haben sie nach 9 \u00bd j\u00e4hriger Dienstzeit Anspruch auf Pension. Die Arbeiter die l\u00e4nger als 9 \u00bd Jahre in der Fabrik t\u00e4tig waren, erhoffen, da\u00df sie nach Erhalt ihrer Arbeitsbest\u00e4tigungen von der Beh\u00f6rde die Pension, die \u00dcbrigen aber eine Abfertigung erhalten werden. Bemerkt wird noch, da\u00df Ende August ca. 10 Arbeiter in Pension gegangen sind, die \u00fcber 20 Jahre in der Fabrik besch\u00e4ftigt waren und bis heute noch keine Barmittel erhielten.\u201c<br \/>\n<\/span><\/span><span lang=\"DE-AT\" style=\"font-family: 'Verdana',sans-serif;\"><span style=\"color: #000000;\">(BLA. Polizei 4-5. 1924. 61-300. Zl. 157\/1924)<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Region Mogersdorf erlangte der Tabakanbau eine wichtige Bedeutung. Bereits im 17. Jahrhundert wurde in St. Gotthard eine Tabakfabrik errichtet. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2586,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[281,41,61],"tags":[123],"class_list":["post-2585","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-281","category-soziales","category-wirtschaft","tag-mogersdorf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2585","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2585"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2585\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2587,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2585\/revisions\/2587"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2586"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2585"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2585"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2585"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}