{"id":3134,"date":"2020-10-08T06:31:33","date_gmt":"2020-10-08T04:31:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=3134"},"modified":"2024-09-02T17:47:59","modified_gmt":"2024-09-02T15:47:59","slug":"bombenangriff-auf-eisenstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/bombenangriff-auf-eisenstadt\/","title":{"rendered":"Bombenangriff auf Eisenstadt"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Ab 1944 \u00fcberflogen feindliche Bomberverb\u00e4nde verst\u00e4rkt das Land. Der strategische Luftkrieg blieb dem Burgenland wegen der kaum vorhandenen Kriegsindustrie weitgehend erspart, da die Ziele der feindlichen Bomber vielmehr die Industrie- und Verkehrsanlagen im Gro\u00dfraum Wien und besonders die R\u00fcstungsindustrie im Raum Wiener Neustadt waren. G\u00fcssing, Neud\u00f6rfl und andere Orte wurden wegen ihrer Verkehrsverbindungen bzw. R\u00fcstungsbetriebe 1944\/45 bombardiert.<br \/>\nAm 10. Mai 1944 wurde Eisenstadt Ziel eines Fliegerangriffes, wobei im Bereich Pfarrgasse, Hauptstra\u00dfe, Haydngasse und Oberberg 20 H\u00e4user zerst\u00f6rt, zahlreiche Menschen verletzt und 42 get\u00f6tet wurden. Unter den Toten waren auch zwei Sch\u00fcler des Gymnasiums Eisenstadt. Der Anstaltsleiter berichtete \u00fcber diesen tragischen Vorfall:<\/p>\n<div id=\"attachment_3135\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/3-Bombentreffer.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3135\" class=\"size-medium wp-image-3135\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/3-Bombentreffer-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/3-Bombentreffer-200x284.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/3-Bombentreffer-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/3-Bombentreffer-400x567.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/3-Bombentreffer.jpg 440w\" sizes=\"(max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3135\" class=\"wp-caption-text\">Aufr\u00e4umarbeiten nach dem Bombenangriff<\/p><\/div>\n<p>\u201eZu Beginn der 4. Unterrichtsstunde, also um 10 h 45, wurde durch die Sirene Fliegeralarm gegeben. Der Sch\u00fcler der 4a Klasse Hotwagner Franz, der sich in der 3. Unterrichtsstunde den 2. Schulwart vertrat, der sich auf dem t\u00e4glichen Postgang befand [\u2026] h\u00f6rte durch die offene Eingangst\u00fcr die Sirene und l\u00e4utete Alarm. [\u2026] Sofort wurden die Sch\u00fcler klassenweise von den Lehrern, die in der vorhergegangenen Stunde Unterricht hatten \u2013 wie das f\u00fcr solche F\u00e4lle eigens festgesetzt ist \u2013 in den Luftschutzkeller der Anstalt, also in den ausgedehnten Kellerr\u00e4umen des Sch\u00fclerheimes gef\u00fchrt und dort beaufsichtigt. Hier blieben Sch\u00fcler und Lehrer bis zur Entwarnung (13h 45) Nicht im Keller waren die Sch\u00fcler, die in der n\u00e4heren Umgebung der Schule wohnen, und die, mit schriftlicher Einwilligung der Eltern, eigens vom Aufsuchendes gemeinsamen Luftschutzraumes der Schule befreit sind, ferner die nachgewiesenerma\u00dfen bei der Alarmtruppe der HJ (Polizeistation) und bei der Feuerwehr oder dem DRK (Deutsche Rote Kreuz- Anmerkung des Verfassers) eingeteilt sind. [\u2026]\nVon der DRK-Station, die sich ebenso wie die Freiwillige Feuerwehr unmittelbar neben dem Eingange in den Luftschutzkeller befindet, wurden gleich zu Beginn des Alarms wegen Mangel an Personal 4 Sch\u00fcler der 7. Klasse zu Bergungs- und Rettungsarbeiten angefordert. Diese begaben sich nach dem ersten dem schweren Bombardement mit Tragbaren in die Stadt und halfen verwundete und versch\u00fcttete bergen, unter anderen die tote Mutter zweier Sch\u00fcler der Anstalt.<br \/>\nVon den Sch\u00fclern, die sich im Luftschutzraum der Anstalt aufhielten [\u2026] kam niemand zu Schaden. Es gab im Luftschutzkeller keine \u201ePanikstimmung\u201c, wenn auch die kleineren Sch\u00fcler st\u00e4rker beunruhigt waren und zum Teil weinten. [\u2026]\nUmso bedauerlicher ist es, da\u00df 2 Sch\u00fcler infolge Nichtbefolgung der allen Sch\u00fclern streng eingesch\u00e4rften Verhaltungsma\u00dfnahmen bei Fliegerangriffen sich unbemerkt ins Freie fl\u00fcchteten und dort durch eine Splitterbombe get\u00f6tet wurden. Es sind dies der eingangs erw\u00e4hnte Sch\u00fcler der 4a Klasse Hotwagner Franz und der Sch\u00fcler der 5. Klasse Gradiger Hildebert. Hotwagner war Sonntags zuvor daheim bei seinen Eltern gewesen und tragischerweise hatte ihm sein Vater, wie dieser selbst aussagte, den Rat erteilt, bei Fliegerangriffen nicht den Luftschutzkeller sondern das Freie aufzusuchen. Hotwagner hat, wie Sch\u00fcler berichteten, Gradinger verleitet, mit ihm in den Wald zu laufen und hat auch anderer Kameraden dazu aufgefordert. Als beim Mittagessen (1\/2 3 Uhr) die beiden Z\u00f6glinge fehlten, wurden vom Heimleiter 2 Sch\u00fcler der 7. Klasse auf die Suche nach den beiden Vermissten in den Wald geschickt, was zur Auffindung der beiden Verungl\u00fcckten f\u00fchrte. Die armen Opfer wurden sodann auf Gehei\u00df des Heimeiters, der selbst die Ungl\u00fccksst\u00e4tte aufsuchte, von Kameraden auf Tragbaren gegen 16 Uhr ins hiesige Spital der Barmherzigen Br\u00fcder getragen.<br \/>\nDas in aller Eile im Studierzimmer der 1. Klasse im Heim eingerichtete Notlazarett brauchte gl\u00fccklicherweise nicht in Anspruch genommen werden.[\u2026] Einige leichte Bomben fielen in unmittelbarer N\u00e4he der Anstalt. 2 Sch\u00fcler (ihre Mutter kam ums Leben) und 2 Sch\u00fclerinnen der Anstalt waren mehr oder weniger versch\u00fcttet, mehrere Sch\u00fcler entgingen dem sicheren Tod nur dadurch, da\u00df sie noch nicht aus der Schule nach Hause zur\u00fcckgekehrt waren. [\u2026]\nIn Anbetracht der Gr\u00f6\u00dfe der Katastrophe, die Soforthilfe in h\u00f6chstem Ausma\u00df von jeder Seite notwendig machte, sowie in Anbetracht der gro\u00dfen seelischen Ersch\u00fctterung, der viele Sch\u00fcler der Anstalt ausgesetzt waren und die einen ernstlichen Unterrichtsbetrieb einfach unm\u00f6glich gemacht h\u00e4tte, hatte ich die Schule f\u00fcr den Rest der Woche geschlossen.<br \/>\nNachtrag: Die im Schulgarten begonnen Splittergr\u00e4ben sind noch immer nicht vollendet.<br \/>\nDer Anstaltsleiter\u201c<br \/>\n(Archiv des Gymnasiums Kurzwiese, Eisenstadt)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab 1944 \u00fcberflogen feindliche Bomberverb\u00e4nde verst\u00e4rkt das Land. 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