{"id":3143,"date":"2020-10-18T07:20:28","date_gmt":"2020-10-18T05:20:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=3143"},"modified":"2024-09-02T17:47:53","modified_gmt":"2024-09-02T15:47:53","slug":"das-erste-opfer-des-nationalsozialismus-im-burgenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/das-erste-opfer-des-nationalsozialismus-im-burgenland\/","title":{"rendered":"Das erste Opfer des Nationalsozialismus im Burgenland"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Am 25. Juli 1934 versuchten die Nationalsozialisten mit einem Putsch, die Macht zu ergreifen. Der schlecht vorbereitete Umsturzversuch scheiterte und die K\u00e4mpfe zwischen den \u00f6sterreichischen Nationalsozialisten und den Regierungstruppen forderten 269 Tote, darunter Bundeskanzler Engelbert Dollfu\u00df, und \u00fcber 500 Verletzte. Der Putschversuch der Nationalsozialisten hatte im Burgenland kaum Auswirkungen, da diese unvorbereitet waren. Lediglich im Bezirk Jennersdorf kam es zu Gefechten.<br \/>\nIn der Nacht vom 25. auf dem 26. Juli 1934 brachen 15 Nationalsozialisten, nach einem Befehl eines Kaufmannes aus Jennersdorf, nach Minihof-Liebau auf, um den Gendarmerieposten zu besetzen. Bei Minihof-Liebau trafen sie auf Zollwachebeamte, wobei es zu Gefechten zwischen den Aufst\u00e4ndischen und der Exekutive kam. Der Zollwachbeamte Robert Jarisch wurde durch einen Schuss schwer verletzt und verstarb Monate sp\u00e4ter an seinen Verletzungen. Die Nationalsozialisten beschossen das Zollamt in Bonisdorf, wobei ein weiterer Zollbeamter verletzt wurde, konnten es jedoch nicht einnehmen. In weiterer Folge fl\u00fcchteten die Putschisten nach Ungarn. In Ungarn wurden sie festgenommen und an die \u00f6sterreichischen Beh\u00f6rden ausgeliefert.<br \/>\nIm Juli 1934 mussten sich 37 Aufst\u00e4ndische vor dem Milit\u00e4rgericht in Wien f\u00fcr ihre Taten verantworten \u2013 die Angeklagten wurden zu Freiheitsstrafen zwischen einem und f\u00fcnfzehn Jahren Haft verurteilt. Die Zeitungen berichteten ausf\u00fchrlich \u00fcber diesen Prozess. Die Aussagen zeigen die Einfalt der Angeklagten:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_6396.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3145\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_6396-300x131.jpg\" alt=\"Jaros\" width=\"300\" height=\"131\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_6396-200x87.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_6396-300x131.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_6396-400x174.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_6396-600x262.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_6396.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eVerhandlungsleiter zum Angelklagten Ingenieur Galbrunner: Haben Sie \u00fcber die Ereignisse vom 25. Juli mit jemand gesprochen?<br \/>\nAngeklagter Ingenieur Galbrunner: Es kamen sehr viel Leute ins Gesch\u00e4ft und es ist \u00fcber den R\u00fccktritt Dr. Dollfu\u00df\u00b4s und \u00fcber die \u00dcbernahme der Regierung durch Dr. Rintelen gesprochen worden. Aber mit Fischer habe ich dar\u00fcber nicht gesprochen.<br \/>\nVerhandlungsleiter: Er behauptet aber, da\u00df Sie ihm den Auftrag gegeben haben, zu Meitz zu gehen, um die Leute zu sammeln.<br \/>\nAngeklagter: Das ist ganz ausgeschlossen.<br \/>\nVerhandlungsleiter: Waren Sie Mitglied der NSDAP?<br \/>\nAngeklagter: Ich war erst Gro\u00dfdeutscher und dann bis zum Verbot Nationalsozialist.<br \/>\nVerhandlungsleiter: Es ist interessant, da\u00df im Burgenland sonst nirgend was los war \u2013 nur gerade in Minihof.<br \/>\nAngeklagter: Das ist ein so abgeschlossener Winkel, da\u00df jeder gestaunt hat.<br \/>\nVerhandlungsleiter: Glauben Sie, da\u00df Fischer irgendeine Entlastung sucht?<br \/>\nAngeklagter: M\u00f6glich, vielleicht steht er auch unter irgendeinen Zwang. Ich wei\u00df gar nicht wo Bonisdorf liegt.<\/p>\n<p>Eduard Fischer kennt sich nicht schuldig. Er ging zwar mit, habe aber nicht gewu\u00dft, da\u00df es gegen die Gendarmerie gehe. Ich glaubte, es war ein Siegeszug wegen des R\u00fccktrittes Dr. Dollfu\u00df.<br \/>\nVerhandlungsleiter zum Angelklagten Eduard Fischer: Warum haben Sie die Gewehre und nicht Palmen mitgenommen?<br \/>\nAngeklagter: Wie wir hingingen, hatten wir noch keine Gewehre.<br \/>\nVerhandlungsleiter: Ja, keine Gewehre, aber Sie hatten eine Pistole, die braucht man auch bei einem Siegeszug. [\u2026]\nVerhandlungsleiter: Sind sie Nationalsozialist?<br \/>\nAngeklagter: Nein, ich sympathiere [sic!] blo\u00df mit ihnen. [\u2026]<\/p>\n<p>August Fischer gibt zu geschossen zu haben. Der angeschossene Zollbeamte Jarosch wurde, wie er sagt, nicht verbunden, weil es hie\u00df \u201eEs ist ka Zeit dazu.\u201c [\u2026]\nVerhandlungsleiter: Wie konnten Sie das tun, wenn Sie kein eingeschriebener Nationalsozialist sind?<br \/>\nAngeklagter: Weil meine ganzen Kameraden mitgegangen sind. [\u2026]<\/p>\n<p>Verhandlungsleiter zu Alois Glasl: Glasl, vielleicht haben sie doch geschossen?<br \/>\nGlasl: Ich habe einen Schu\u00df abgegeben. [\u2026]\nVerhandlungsleiter: Haben Sie gezielt? Haben Sie den Finanzer gesehen?<br \/>\nGlasl: Ich habe ihn nicht gesehen, ich h\u00f6rte nur zwei Sch\u00fcsse, und dann bin ich gelaufen. Da ist der eine Schu\u00df aus meiner Pistole losgegangen. Wieso wei\u00df ich nicht. [\u2026]<\/p>\n<p>Verhandlungsleiter zu Karl Lenauer: Was war dann in Liebau?<br \/>\nAngeklagter: Es ist g\u00b4schossen worden \u2026 aber da bin i davong\u00b4rennt.<br \/>\nVerhandlungsleiter: Sind sie Nationalsozialist?<br \/>\nAngeklagter: Ja<br \/>\nVerhandlungsleiter: Was hei\u00dft das \u00fcberhaupt: Nationalsozialist?<br \/>\nAngeklagter: I wa\u00df net \u2026\u201c<br \/>\n(Kleine Volkszeitung vom 22. August 1934. S. 34-36, Der Wiener Tag vom 23. August 1934, S.9-10)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Putschversuch der Nationalsozialisten am 25. Juli 1934 hatte im Burgenland kaum Auswirkungen, da diese unvorbereitet waren. 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