{"id":3223,"date":"2021-01-06T08:53:58","date_gmt":"2021-01-06T07:53:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=3223"},"modified":"2024-09-02T17:51:28","modified_gmt":"2024-09-02T15:51:28","slug":"ueber-die-huehnerleiter-zum-fremdenzimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/ueber-die-huehnerleiter-zum-fremdenzimmer\/","title":{"rendered":"\u00dcber die H\u00fchnerleiter zum \u201eFremdenzimmer\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Ende der 1950er Jahre entdeckte der deutsche Urlaubsgast zunehmend das Burgenland. Die im Land vorhandene Infrastruktur entsprach jedoch nicht immer den Vorstellungen der G\u00e4ste, wie uns ein Beschwerdebrief eines Urlaubers aus Saarbr\u00fccken 1961 zeigt:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20171014_104717.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3224\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20171014_104717-300x229.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20171014_104717-200x153.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20171014_104717-300x229.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20171014_104717-400x306.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20171014_104717-600x458.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/20171014_104717.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eAn den Leiter des Fremdenverkehrsverbandes f\u00fcr das Burgenland<br \/>\nSeit zw\u00f6lf Jahren f\u00fchrt meine Frau und mich allj\u00e4hrlich eine vier- bis f\u00fcnfw\u00f6chige Urlaubsreise nach \u00d6sterreich. [\u2026] Aber in diesem Jahr haben wir uns auch einmal das Burgenland sehr ausf\u00fchrlich ansehen und erleben wollen. [\u2026] Der Tag ging zur Neige und wir mussten uns um eine Unterkunft umsehen. In Rust und M\u00f6rbisch war wegen der Festspiele alles belegt. [\u2026] Wir fuhren nach St. Margarethen zur\u00fcck und sahen uns dort etliche Zimmer an. Die primitive Einrichtung war dort \u00fcberall die gleiche. Jahrzehnte trennen in dieser Hinsicht das Burgenland von den \u00fcbrigen \u00d6sterreich! Und eine Unversch\u00e4mtheit ist es, dass man von massgebender Seite diesen Leuten das Recht gibt, f\u00fcr das \u201eBett\u201c 20 Schillinge fordern zu d\u00fcrfen! Die Leute k\u00f6nnen nichts f\u00fcr ihre Armut, aber bevor man mit \u00dcbernachtungen Geld verdienen will, muss man zuerst einmal dementsprechend investieren. [\u2026]\nIch muss Ihnen schildern wie dieses Zimmer eingerichtet war: \u00dcber eine H\u00fchnerleiter erreichten wir im Speicherraum eine Kammer. Jeweils, zwei \u00fcber Kreuz genagelte Bretter, waren Kopf- bzw. Fussende. Dar\u00fcber lag ein auf ein Lattengestell genagelter Maschendrahtrahmen. Darauf lag Strohsack mit einem Bettuch [sic!] \u00fcberzogen. Den Abschluss bildeten zwei Wolldecken und ein Kopfkissen mit undefinierbarer F\u00fcllung. Von dieser Art \u201eBetten\u201c waren an jeder Wandseite eines aufgestellt. In einer Ecke ein antiquarischer Tisch und gegen\u00fcber etwas \u00e4hnliches wie ein Schrank. Das war die Zimmereinrichtung.<br \/>\nIn diesem Speicherraum, zwischen alten Pferdegeschirren stand ein Nachttisch ohne Platte. In diesem Rahmen hing eine alte Waschsch\u00fcssel. Daneben stand eine Gie\u00dfkanne mit Wasser und ein Urinstickender Eimer f\u00fcr das Abwasser.\u00a0Es wurde uns bedeutet, dass dieser Eimer auch gleichzeitig die Toilette war.\u00a0Als ich am n\u00e4chsten Morgen die richtige Toilette aufsuchen musste, war ich schon im voraus auf das Schlimmste vorbereitet. Es wurde noch \u00fcbertroffen durch das was ich in Wirklichkeit vorfand. Am Ende der H\u00e4userreihe war hinter einem Lattenzaun ein \u201eDonnerbalken\u201c hinter dem aufgeh\u00e4uft der menschliche Abfall lag. Da verging mir sogar der Zwang zum Austreten!<br \/>\nWir setzten uns schleunigst in unseren Wagen und hielten dann au\u00dferhalb des Ortes in der freien Natur.<br \/>\nIch selbst bin in russischer Gefangenschaft gewesen und habe viel erlebt und gesehen, aber so etwas in der Zivilisation vorzufinden, h\u00e4tte ich nicht zu tr\u00e4umen gewagt. [\u2026]\u201c<br \/>\n(BLA, XII\/6, 1962, 1-200, XII\/6-67-62)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende der 1950er Jahre entdeckte der deutsche Urlaubsgast zunehmend das Burgenland. 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