{"id":3244,"date":"2021-01-25T07:01:35","date_gmt":"2021-01-25T06:01:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=3244"},"modified":"2024-09-02T17:51:08","modified_gmt":"2024-09-02T15:51:08","slug":"scheidungsmuffel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/scheidungsmuffel\/","title":{"rendered":"Scheidungsmuffel"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Durch das Ehepatent von 1783, in dem es um eine klare Trennung zwischen dem kirchlichen Ehesakrament und dem staatlichen Ehevertrag ging, konnten sich zumindest Nichtkatholiken einvernehmlich scheiden lassen und damit erneut heiraten. F\u00fcr Katholiken galt dies allerdings nicht. Sie konnten zwar getrennt leben, doch blieben sie verheiratet, da das Sakrament der Ehe heilig war und ist und kirchliche Ehen nur durch den Tod eines Partners oder durch die Annullierung geschieden werden.<br \/>\nInfolge von heftigen Konflikten in der Frage der Mischehen wurde in Ungarn, trotz heftigen Widerstandes der katholischen Kirche, 1895 das Standesamtsregister eingef\u00fchrt. Damit wurde im Gegensatz zu \u00d6sterreich den Kirchen die alleinige F\u00fchrung der Matrikel und die Zivilehe entzogen. Ehen konnten seither zivil geschieden werden. Die Zivilehe wurde auch nach der Angliederung an \u00d6sterreich im Burgenland beibehalten. F\u00fcr das \u00fcbrige \u00d6sterreich war dies erst 1938 durch die \u00dcbernahme des deutschen Ehegesetzes m\u00f6glich.<br \/>\nDas Ehegesetz wurde 1945 auch gro\u00dfteils von der Republik \u00d6sterreich \u00fcbernommen.<br \/>\nDie Kriegsereignisse hatten zur Folge, dass nach 1945 mehr Ehen in \u00d6sterreich geschieden wurden. Auch im Burgenland kam es zu mehr Scheidungen, wobei das Bundesland auf Grund seiner l\u00e4ndlichen und kirchlichen Pr\u00e4gung den anderen Bundesl\u00e4ndern etwas hinterherhinkte, wie ein Pressebericht des Burgenlandes zeigt:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bild-092.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3245\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bild-092-300x150.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bild-092-200x100.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bild-092-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bild-092-400x199.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bild-092-540x272.jpg 540w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bild-092-600x299.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bild-092.jpg 610w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eIm Burgenland wurden im Jahre 1957 insgesamt 89 Ehen geschieden, das ist rund ein Prozent der gesamten in \u00d6sterreich getrennten Ehen. Damit steht es auch im Berichtsjahr unter den \u00f6sterreichischen Bundesl\u00e4ndern hinsichtlich der Scheidungsziffer an letzter Stelle. Auf 1.000 bestehenden Ehen f\u00e4llt nur eine geschiedene Ehe, eine Zahl, mit der das Burgenland ebenfalls in der Statistik schon seit Jahren aufscheint.<br \/>\nVon den 89 im Burgenland gel\u00f6sten Ehen wurden zwei wegen Ehebruch, 73 wegen anderer Eheverfehlungen, zwei wegen geistiger St\u00f6rungen eines der Eheleute und 10 wegen Aufl\u00f6sung der h\u00e4uslichen Gemeinschaft geschieden.[\u2026] Die seit dem Jahre 1949 beobachtete r\u00fcckl\u00e4ufige Tendenz der Ehescheidungen in \u00d6sterreich setzte sich auch im Berichtsjahr fort. Gegen\u00fcber 1956 wurde eine Abnahme um 4 %, gegen\u00fcber dem \u201eRekordjahr\u201c 1948 mit 14.162 Ehescheidungen sogar ein Abgang von 42 % verzeichnet.<br \/>\nNach Bundesl\u00e4ndern gegliedert liegt Wien mit 46 % nach wie vor an der Spitze. Es folgen Steiermark mit 15 %, Nieder\u00f6sterreich und Ober\u00f6sterreich mit je 11 &amp;, K\u00e4rnten mit 6 %, Salzburg mit 5 %, Tirol mit 4 % sowie Vorarlberg und Burgenland mit je 1 %.[\u2026] Weiterhin wird in den Gemeinden bis zu 3.000 Einwohner die geringste und in Gemeinden \u00fcber 100.000 Einwohnern die gr\u00f6\u00dfte relative Scheidungsh\u00e4ufigkeit verzeichnet. Im Burgenland entfallen die meisten Scheidungen, n\u00e4mlich 8, auf Gemeinden, deren Einwohnerzahl zwischen 3.000 und 4.000 liegt.<br \/>\nDie Berufst\u00e4tigkeit der geschiedenen M\u00e4nner betreffend, zeigen sich folgende Zahlen: Nach wie vor \u00fcbten nur 4 % einen landwirtschaftlichen Beruf aus, dagegen waren 41 % i Industrie und Gewerbe, 25 % im Handel und Verkehr t\u00e4tig. 10 % waren Lohnarbeiter, 7 % angeh\u00f6rige der Betriebe des Bundes, der L\u00e4nder und Gemeinden, 5 % \u00f6ffentliche Bedienstete, 3 % \u00fcbten einen freien Beruf aus, 3 % waren Rentner oder Pensionisten.<br \/>\nDie Zahl der geschiedenen Frauen, die einen Beruf aus\u00fcben, ist weiterhin im Steigen begriffen. W\u00e4hrend im Jahre 1954 von 100 geschiedenen Frauen nur 45 berufst\u00e4tig waren, stieg diese Zahl auf 56 im Berichtsjahr. Man kann somit den Schlu\u00df ziehen, da\u00df die wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit aber auch die doppelte Belastung der Frau im Beruf und Haushalt auf die Dauer ein schweres Hindernis f\u00fcr ein gl\u00fcckliches Familien- und Eheleben darstellt. In Wien waren sogar 69 von 100 Frauen im Berichtsjahr geschiedene Frauen berufst\u00e4tig.<br \/>\nDie \u00fcberwiegende Mehrheit der im Jahre 1957 geschiedenen Ehen, n\u00e4mlich 7.372 (90 %) wurde aus dem Verschulden der Ehepartner geschieden. 4 % der geschiedenen Ehen hatten nicht einmal ein Jahr bestanden, 29 % w\u00e4hrten 1 bis 5 Jahre, 30 % 5 bis 10 Jahre, 28 % trennten sich nach 10\u2013 bis 20j\u00e4hriger Ehe und 9 % lie\u00dfen sich nach einer Ehedauer von mehr als 20 Jahren scheiden. Die durchschnittliche Ehedauer betrug wie im Vorjahr 9 \u00bd Jahre.[\u2026] Die gr\u00f6\u00dfte Zahl der Scheidungen hatte bei M\u00e4nnern und Frauen die Altersgruppe der 30- bis 40j\u00e4hrigen (35 % bzw. 38 %) aufzuweisen. 7 % der geschiedenen M\u00e4nner und 27 % der geschiedenen Frauen hatte die Ehe noch vor ihrer Gro\u00dfj\u00e4hrigkeit geschlossen. 28 M\u00e4nner waren im Zeitpunkt ihrer Scheidung noch nicht gro\u00dfj\u00e4hrig, vier Frauen hatten das 17. Lebensjahr noch nicht vollendet.<br \/>\nIn 3.458 geschiedenen Ehen gab es kein Kind, 2.799 hatten ein, 1.303 zwei, 397 drei, 111 vier und 109 geschiedene Ehen f\u00fcnf und mehr Kinder. [\u2026]\u201c<br \/>\n(Burgenl\u00e4ndisches Landesarchiv. Bgld. Pressebericht 1958 44 vom 31.X.58. S. 13)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch das Ehepatent von 1783 konnten sich zumindest Nichtkatholiken einvernehmlich scheiden lassen. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3245,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[283,41],"tags":[],"class_list":["post-3244","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-283","category-soziales"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3244"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3244\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4712,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3244\/revisions\/4712"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3245"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}