{"id":3300,"date":"2021-03-24T06:53:44","date_gmt":"2021-03-24T05:53:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=3300"},"modified":"2024-09-02T17:54:48","modified_gmt":"2024-09-02T15:54:48","slug":"naziterror-gegen-juedische-familie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/naziterror-gegen-juedische-familie\/","title":{"rendered":"Naziterror gegen j\u00fcdische Familie"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Mit der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten in \u00d6sterreich im M\u00e4rz 1938 begann der Terror gegen die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit wurden die zehn j\u00fcdischen Gemeinden im Burgenland aufgel\u00f6st und die Bewohner schwer drangsaliert. Auch die J\u00fcdinnen und Juden in den burgenl\u00e4ndischen D\u00f6rfern, die nicht in einer j\u00fcdischen Gemeinde lebten, waren der Gewalt der Nazis wehrlos ausgesetzt. So auch in Hornstein, wo in den 1930er Jahren zw\u00f6lf j\u00fcdische Familien lebten. W\u00e4hrend einige Familien in die USA, nach S\u00fcdamerika oder nach Ungarn flohen bzw. nach Wien abwanderten, blieb die Familie Sarang-Tieger im Ort, sie f\u00fchrten dort eine Gemischtwarenhandlung. In den folgenden Jahren waren sie zahlreichen Schikanen und Pogromen ausgesetzt, wie ein Bericht des Gendarmeriekommandos in Hornstein 1950 zeigt:<\/p>\n<div id=\"attachment_3301\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/KH-Tieger-1933-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3301\" class=\"size-medium wp-image-3301\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/KH-Tieger-1933-Kopie-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/KH-Tieger-1933-Kopie-200x136.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/KH-Tieger-1933-Kopie-300x204.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/KH-Tieger-1933-Kopie-400x272.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/KH-Tieger-1933-Kopie-600x408.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/KH-Tieger-1933-Kopie.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3301\" class=\"wp-caption-text\">Mitglieder der Familie Sarang-Tieger und Johann Milkovits, Sohn des Hausbesitzers (vorne links), vor dem Kaufhaus 1932\/33.<\/p><\/div>\n<p>\u201eJosef Sarang, geb. 29. 6. 1904 in Pottendorf, Bez. Baden, N\u00d6, Kaufmann, in Hornstein Nr. 332 wohnhaft, derzeit als Heizer in der Seidenfabrik in Hornstein besch\u00e4ftigt, besa\u00df [&#8230;] vom Jahre 1936 bis zum Jahre 1939 eine Gemischtwarenhandlung im Standorte Hornstein Nr. 146.<br \/>\nJosef Sarang ehelichte im Jahre 1932 die dem j\u00fcdischen Glauben angeh\u00f6rige Hilde Katharina Sarang, geb. Tieger. [&#8230;] 1935 nahm Hilde Sarang den r\u00f6m. kath. Glauben an.<br \/>\nBei der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus im Jahre 1938 wurde Sarang [\u2026] \u00fcber Auftrag des B\u00fcrgermeisters Matkowits \u00fcber seinem Eingangstor ein Plakat mit der Anschrift: \u201eAchtung Judengesch\u00e4ft&#8221; angebracht, und dasselbe auch von der SA \u00fcberwacht wurde. \u00dcber Anordnung der damaligen Landesregierung durfte Sarang das Plakat mit der angef\u00fchrten Anschrift entfernen. Durch diese Denunziation verlor Josef Sarang die meisten Kunden, weil diese durch den Naziterror eingesch\u00fcchtert wurden und Angst hatten, beim Sarang einzukaufen. Beim Ausbruch des Krieges im September 1939 und durch die Rationierung der Lebensmittel wurden Sarang keine Lebensmittel zugewiesen, soda\u00df er gezwungen war, sein Gesch\u00e4ft ganz zu schlie\u00dfen. Bei der Lebensmittelbeteilung wurden Sarang und seine Familie in der Weise gesch\u00e4digt, da\u00df ihre Lebensmittelkarten mit der Anschrift \u201eJude&#8221; versehen und sie dadurch bei der Lebensmittelbeteilung auf das schwerste gesch\u00e4digt wurden. Der Besuch von Kinos, Gasth\u00e4usern und anderen \u00f6ffentlichen Lokalit\u00e4ten wurde der Familie Sarang ebenfalls untersagt. Auch bei der Beteilung von Bezugsscheinen wurden Sarang und seine Familie schwer gesch\u00e4digt. Die uneheliche Tochter des Sarang, namens Herma Herz, wurde im Jahre 1940 aus rassischen Gr\u00fcnden in Polizeihaft genommen. Sarang wurde gleich nach Sperrung seines Gesch\u00e4ftes beim Ausbruch des Krieges bis zum Kriegsende in der Brauerei Liesing dienstverpflichtet. Seine Ehegattin Hilde Sarang erkrankte im Jahre 1943 und wurde aus rassischen Gr\u00fcnden im Krankenhaus in Eisenstadt nicht aufgenommen, wodurch sich ihr Gesundheitszustand derart verschlechtert hat, da\u00df sie im Jahre 1947 als unheilbar in das Krankenhaus der Barmherzigen Br\u00fcder in Wien II, Gro\u00dfe Mohrengasse, eingeliefert wurde, wo sie sich jetzt noch befindet.\u201c<br \/>\n(Widerstand und Verfolgung im Burgenland 1934-1945. Eine Dokumentation, Wien 1983. S. 324 \u2013 Auskunft: G\u00fcnther Stefanits, Hornstein)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten in \u00d6sterreich im M\u00e4rz 1938 begann der Terror gegen die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3301,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[283,29,48],"tags":[101],"class_list":["post-3300","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-283","category-judentum","category-nationalsozialismus","tag-hornstein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3300"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3300\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4729,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3300\/revisions\/4729"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3301"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}