{"id":3336,"date":"2021-04-25T08:55:34","date_gmt":"2021-04-25T06:55:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=3336"},"modified":"2024-09-02T17:54:20","modified_gmt":"2024-09-02T15:54:20","slug":"gastwirtschaft-stockinger-wien-6-gumpendorfer-strasse-71-die-geburtsstaette-des-burgenlandes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/gastwirtschaft-stockinger-wien-6-gumpendorfer-strasse-71-die-geburtsstaette-des-burgenlandes\/","title":{"rendered":"Gastwirtschaft Stockinger, Wien 6., Gumpendorfer Stra\u00dfe 71 \u2013 Die Geburtsst\u00e4tte des Burgenlandes?"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>1951 j\u00e4hrte sich die Angliederung des Burgenlandes an \u00d6sterreich zum 30. Male. Dies nahmen noch lebende Personen, die sich um dieses Ereignis verdient gemacht hatten, zum Anlass, sich f\u00fcr eine W\u00fcrdigung der damaligen Geschehnisse einzusetzen. Unter diesen \u201eM\u00e4nnern der ersten Stunde\u201c war auch der aus M\u00f6nchhof stammende Thomas Poltz. Er schlug vor, ein Geschichtswerk \u00fcber die Ereignisse der Angliederungsbestrebungen zu initiieren, und berichtete \u00fcber die damalige Situation:<br \/>\n\u201eAn die Burgenl\u00e4ndische Landesregierung in Eisenstadt<br \/>\nHohe Landesregierung!<br \/>\nEs ist nicht zum erstenmal, da\u00df ich in Fragen, welche die Heimat betreffen, mich zum Wort melde.\u00a0In einer Zeit, als in der Landesregierung die Namen aufschienen wie Dr. Walheim, Tullner, Rauchhofer, Schreiner, Leser, Till, Gangl, Koch usw., wu\u00dfte man von meinem Dasein.\u00a0Seit damals ist eine neue Generation herangewachsen, welche die Zeit, auf die ich zu sprechen komme, nicht erlebt hat, sondern nur vom H\u00f6rensagen kennt.<\/p>\n<div id=\"attachment_3337\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gumpendorfer-Strasse-71.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3337\" class=\"size-medium wp-image-3337\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gumpendorfer-Strasse-71-300x161.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"161\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gumpendorfer-Strasse-71-200x108.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gumpendorfer-Strasse-71-300x161.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gumpendorfer-Strasse-71-400x215.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gumpendorfer-Strasse-71-600x323.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gumpendorfer-Strasse-71-768x413.jpg 768w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gumpendorfer-Strasse-71-800x430.jpg 800w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Gumpendorfer-Strasse-71.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3337\" class=\"wp-caption-text\">Die Geburtsst\u00e4tte des Burgenlandes?<\/p><\/div>\n<p>Meine Herren!<br \/>\nIm kommenden Jahr 1951 j\u00e4hrt sich zum drei\u00dfigstenmal der Tag, an dem unser geliebtes Heimatland Burgenland auf Verlangen des gesamten Volkes in der Heimat als ein freies, unabh\u00e4ngiges Bundesland an \u00d6sterreich eingegliedert wurde.<br \/>\nDieses erfreuliche Geschehen hat seine Vorgeschichte und reicht auf das Jahr 1906 zur\u00fcck. Aufgeworfen wurde diese Frage vom damaligen Volksschullehrer Josef Patry, welcher, Gott es gedankt, heute noch unter den Lebenden weilt und am 15. Dezember des J. seinen 80.Geburtstag begeht. Sein Mahnruf war: \u201eDeutschwestungarn \u00d6sterreich&#8221;.\u00a0Um die nun einmal durch seine Schrift aufgeworfene Frage zu beleben, gr\u00fcndete er im Jahre 1907 den Verein zur Erhaltung des Deutschtums in Ungarn. Meine Zusammenarbeit mit Prof. Patry reicht auf das Jahr 1910 zur\u00fcck. Im M\u00e4rz 1913 erfolgte von mir die Gr\u00fcndung der heimatlichen Ortsgruppe des obgenannten Vereines \u201eDeutsche Landsleute aus Ungarn&#8221;. Dies mit dem Zweck, die in Wien lebenden Landsleute vereinsm\u00e4\u00dfig zu erfassen und sie f\u00fcr die aufgeworfene Frage zu gewinnen.<br \/>\nAls nach dem ungl\u00fccklichen Weltkrieg 1918 die Aufl\u00f6sungserscheinungen der alten \u00f6sterr.-ungar. Monarchie unaufhaltsame Formen annahm, bediente sich auch die Hauptleitung des Vereines zur Erhaltung des Deutschtums in Ungarn, an deren Spitze die Herren Josef Breitenstein und Dr. Ernst F. Beer standen, der Proklamation Wilsons: \u201eSelbstbestimmung der V\u00f6lker&#8221; und forderten die Erf\u00fcllung der von Prof. Patry im Jahre 1906 aufgeworfenen Frage : \u201eAnschlu\u00df Deutschwestungarns an \u00d6sterreich&#8221; zu verwirklichen.\u00a0Um in der entbrannten Anschlu\u00dfbewegung, die in aller K\u00fcrze auf Wiener Boden und auch in der Heimat gro\u00dfe Formen angenommen hatte, den Willen des heimatlichen Volkes zum Ausdruck zu bringen, fa\u00dfte ich im Einvernehmen mit Alfred Schmidt Ende M\u00e4rz 1919 den Entschlu\u00df, die Anschlu\u00dfbewegung in die heimatliche Ortsgruppe \u201eDeutscher Landsleute aus Ungarn&#8221; zu \u00fcberf\u00fchren.\u00a0In der von mir hief\u00fcr einberufenen Sitzung, welche im \u201eKaffee Kettenbr\u00fccke\u201c 4. Bez., Kettenbr\u00fcckengasse, stattfand, zu der sich eingefunden hatten die Herren : Johann Umlauf, Gregor Meidlinger, Alfred Schmidt, Andreas Fuhrmann, Ludwig Bausch und meine Wenigkeit, wurde mein Antrag : die Anschlu\u00dfbewegung in die heimatliche Ortsgruppe zu \u00fcberf\u00fchren und Prof. Walheim wegen seiner guten Federf\u00fchrung und seiner repr\u00e4sentativen Erscheinung mit der Fahrung der Ortsgruppe und somit auch mit dar Anschlu\u00dfbewegung zu betrauen, unter Zustimmung aller Anwesenden zum Beschlu\u00df erhoben. Zum Sitz der Ortsgruppe und als Versammlungslokal wurde das Souterrainlokal der Gastwirtschaft Stockinger, Wien, 6., Gumpendorfer Stra\u00dfe 71 bestellt. Mit vollem Recht kann dieses Lokal als die Geburtsst\u00e4tte des Burgenlandes bezeichnet werden. Wenn wir nun kurz die wahren Verh\u00e4ltnisse in unserer Heimat von \u201eEinst und Jetzt&#8221; im Geiste vor uns vor\u00fcberziehen lassen, so m\u00fcssen wir die freudige Feststellung machen, da\u00df sich in Bezug auf Kultur und Wirtschaft ein revolutionierender Aufstieg vollzogen hat.<br \/>\nNun dr\u00e4ngt sich in mir die Frage auf, nach der Ursache zu suchen, warum man es bis heute unterlassen hat, dieses erfreuliche Geschehen \u201eder Heimkehr&#8221; geschichtlich zu erfassen, um in seiner ganzen Gr\u00f6\u00dfe der heutigen Jugend und der Nachwelt zu \u00fcberliefern.\u00a0Glauben Sie mir meine Herren, wenn meiner Generation die geistige Entwicklung durch die damaligen ungarischen Schulverh\u00e4ltnisse nicht entzogen gewesen w\u00e4ren, es h\u00e4tte meiner Ermahnung nicht bedurft.\u00a0Lassen Sie mich noch kurz darauf verweisen, da\u00df aus der Zeit des Anschlusses folgende Herren, die aktiv an der Bewegung beteiligt waren, noch am Leben sind und die alle anl\u00e4\u00dflich der \u201eZehnjahrfeier&#8221; in W\u00fcrdigung ihrer Verdienste um dein Anschlu\u00df \u201eBurgenland an \u00d6sterreich&#8221; vom damaligen Herrn Bundespr\u00e4sidenten Wilhelm Mihlas ausgezeichnet wurden.\u00a0Es sind dies die Herren: Dr. Ernst Friedrich Beer, Ing. Paul Gro\u00df, Rudolf Losert, Alfred Schmidt, Johann Umlauf, Apotheker A. Wolf, der Kroate Josef Vukovits und darunter auch meine Person.\u00a0lch bin mir dessen bewu\u00dft, da? jeder einzelne dieser Herren einen Teil Selbsterlebtes zum Werden der Burgenl\u00e4ndischen Geschichte in sich tr\u00e4gt. Besondere m\u00f6chte ich darauf verweisen, da\u00df Dr. Ernst Beer als unser Delegierter in St. Germain beigezogen war.\u00a0Nicht unerw\u00e4hnt will ich lassen, da\u00df sich aus dem bei mir aufbewahrten Material aus der Zeit der Anschlu\u00dfbewegung so einmaliger Beweis erbringen l\u00e4\u00dft.<br \/>\nDer geistige Aufstieg unserer heutigen Jugend ergibt meiner Meinung nach die M\u00f6glichkeit, da\u00df sich schon Einzelne in schriftstellerischer Welse soweit gebildet haben, soda\u00df Jung und Alt in gemeinsamer Arbeit an die Schaffung unserer Geschichte schreiten kann. Ich mochte dabei auf Frau Schneider, verehel. Pfladner, Neusiedl am See, verweisen, welche mir vom Verband der demokr. Schriftsteller \u00d6sterreichs empfohlen wurde.\u00a0Die finanzielle Pr\u00e4ge, die sich aus der Aufarbeitung des auf das Geschehen bezughabende Beweismaterial ergibt, liegt, nach meiner bescheidenen Auffassung, bei der Landesregierung.<br \/>\nIm guten Glauben, eine n\u00fctzliche Anregung zum Werden unserer heimatlichen Geschichte gegeben zu haben, zeichnet ergebenst Thomas Poltz, Wien, am 9. September 1950\u201c (Burgenl\u00e4ndisches Landesarchiv. Regierungsarchiv. Abt. 12\/1950. Zl. XII-312-50)<br \/>\nDie burgenl\u00e4ndische Landesregierung lehnte den Vorschlag von Thomas Poltz ab, da bereits ein eigenes Werk unter der Leitung des Landes f\u00fcr das Jahr 1951 geplant war. Josef Patry, der \u201eInitiator der Bewegung f\u00fcr den Anschluss an \u00d6sterreich\u201c, starb 1953 v\u00f6llig verarmt in Wien.<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1951 j\u00e4hrte sich die Angliederung des Burgenlandes an \u00d6sterreich zum 30. 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