{"id":338,"date":"2015-05-28T16:33:33","date_gmt":"2015-05-28T14:33:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=338"},"modified":"2024-09-02T16:23:03","modified_gmt":"2024-09-02T14:23:03","slug":"arbeitsbedingungen-und-arbeiterbewegung-in-der-jutefabrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/arbeitsbedingungen-und-arbeiterbewegung-in-der-jutefabrik\/","title":{"rendered":"Arbeitsbedingungen und Arbeiterbewegung in der Jutefabrik"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-background-position:left top;--awb-border-sizes-top:0px;--awb-border-sizes-bottom:0px;--awb-border-sizes-left:0px;--awb-border-sizes-right:0px;--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-padding-top:20px;--awb-padding-right:0px;--awb-padding-bottom:20px;--awb-padding-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last fusion-column-no-min-height\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-margin-bottom:0px;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Zu den gr\u00f6\u00dften Betrieben Westungarns z\u00e4hlte die 1888 in Neufeld an der Leitha gegr\u00fcndete \u201eErste Ungarische Jute-Spinnerei und Weberei\u201c (Jutefabrik), die zeitweise bis zu 2000 Personen besch\u00e4ftigte. An die Fabrik war auch eine Werkskolonie angeschlossen.<\/p>\n<div id=\"attachment_339\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Jutefabrik-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-339\" class=\"size-medium wp-image-339\" src=\"http:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Jutefabrik-Kopie-300x162.jpg\" alt=\"Jutefabrik Neufel\/Leitha\" width=\"300\" height=\"162\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Jutefabrik-Kopie-300x162.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Jutefabrik-Kopie.jpg 791w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-339\" class=\"wp-caption-text\">Die Jutefabrik in Neufeld an der Leitha<br \/>(Quelle: Burgenl\u00e4ndisches Landesarchiv)<\/p><\/div>\n<p>Werksdirektor Paul Giradoni beschreibt diese 1890 folgenderma\u00dfen: \u201e[\u2026] In den Schlafs\u00e4len, welche ein Geb\u00e4ude f\u00fcr sich einnehmen, sind nur weibliche Arbeiter untergebracht, und zwar solche, die aus den umliegenden Ortschaften in Ungarn in unserer Fabrik Besch\u00e4ftigung finden, die ganze Woche hier verbleiben, und nur Sonntags in ihre Heimatsorte gehen. Die Schlafs\u00e4le sind ger\u00e4umig und gesund angelegt, stehen unter der Aufsicht eines t\u00fcchtigen W\u00e4rterpersonals, welches f\u00fcr die Reinlichkeit, L\u00fcftung, Beheizung und Beleuchtung zu sorgen hat. Da diese Arbeiter ihre Verpflegung selbst besorgen, ist im Schlafsaal-Geb\u00e4ude eine gro\u00dfe K\u00fcche nebst Speises\u00e4len untergebracht und beabsichtigt die Direktion im Laufe dieses Jahres eine Bade-Einrichtung herzustellen. Auch sind abgesondert von den Schlafs\u00e4len zwei Krankenzimmer und ein Behandlungsraum eingerichtet.<br \/>\nDie Fabrik besch\u00e4ftigt 1037 Arbeiter, darunter 367 m\u00e4nnliche und 670 weibliche, wovon 807 ungarische Staatsb\u00fcrger sind; die Schlafs\u00e4le werden durchschnittlich von 300 Arbeitern ben\u00fctzt. Die Arbeitszeit ist w\u00f6chentlich 65 Stunden und der Verdienst per Kopf und Woche 5 fl.<br \/>\nObwohl unser Etablissement schon Ende Oktober 1889 in Betrieb gesetzt wurde, so konnten wir erst gegen Mitte des Jahres eine volle Leistung erzielen, da wir f\u00fcr unsere Industrie die ganze Arbeiterschaft erst erziehen und schulen mussten. Wir m\u00fcssen aber heute anerkennen, dass die Bev\u00f6lkerung unseres Komitates f\u00fcr unsere Industrie au\u00dferordentlich verwendbar, sehr t\u00fcchtig und flei\u00dfig ist.<br \/>\nWir hatten im Laufe des verflossenen Betriebsjahres zwar auch mit der Arbeiterbewegung zu k\u00e4mpfen und wurden unsere Leute durch die \u00fcber der Grenze besch\u00e4ftigten Arbeiter beeinflusst, Forderungen zu stellen, deren Erf\u00fcllung unser Unternehmen in Frage gestellt h\u00e4tte. Die zur Schulung der hiesigen Bev\u00f6lkerung, aus B\u00f6hmen hierher gezogenen Arbeiter, haben sich haupts\u00e4chlich an die Spitze der Bewegung gestellt und mussten wir am 1. Mai unseren Betrieb einstellen; dem energischen Eingreifen der Beh\u00f6rden haben wir es zu verdanken, dass die ganze Streikbewegung einen ruhigen Verlauf nahm und binnen wenigen Tagen ohne jede Nachgiebigkeit von unserer Seite ihr Ende erreichte.[&#8230;]&#8221;<br \/>\n(Aus: Hans Hahnenkamp. Die burgenl\u00e4ndische Industrie. 2. Teil 1885-1921. Gro\u00dfpetersdorf 1995. S.375)<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu den gr\u00f6\u00dften Betrieben Westungarns z\u00e4hlte die 1888 in Neufeld an der Leitha gegr\u00fcndete \u201eErste Ungarische Jute-Spinnerei und Weberei\u201c (Jutefabrik), die zeitweise bis zu 2000 Personen besch\u00e4ftigte. 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