{"id":3394,"date":"2021-06-23T13:34:20","date_gmt":"2021-06-23T11:34:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=3394"},"modified":"2024-09-02T17:53:21","modified_gmt":"2024-09-02T15:53:21","slug":"ein-pendleralltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/ein-pendleralltag\/","title":{"rendered":"Ein Pendleralltag"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Die schwach entwickelte Industrie, die kleinstrukturierte Landwirtschaft und das einfache Gewerbe des Burgenlandes boten nur wenige ad\u00e4quate Arbeitspl\u00e4tze. Da der Erhalt des gewohnten Umfeldes, Familie, Freunde, Vereine etc. f\u00fcr viele Betroffene jedoch wichtig ist, ist das Pendeln seit langer Zeit das Schicksal vieler Burgenl\u00e4nderinnen und Burgenl\u00e4nder. Morgens zur Arbeit, am Abend wieder nach Hause zu fahren, bringt gro\u00dfe physische und psychische Belastungen mit sich und beeintr\u00e4chtigt das Sozialleben immens. Ein burgenl\u00e4ndischer Pendler beschreibt seine Situation in einem Leserbrief:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3395\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie-300x117.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"117\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie-200x78.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie-300x117.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie-400x156.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie-600x234.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie-768x299.jpg 768w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie-800x312.jpg 800w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie-1024x399.jpg 1024w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/DSC_8788-Kopie.jpg 1181w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eEs ist nun schon \u00fcber ein Jahr, da\u00df ich meinen Arbeitsplatz in Wien habe und ich fahre jeden Morgen mit dem Autobus zur Arbeit nach Wien und komme abends wieder heim. Der Autobus f\u00e4hrt aus meinem Heimatort ab und ich habe nur wenige Minuten zu gehen bis zur Haltestelle.<br \/>\nFr\u00fcher habe ich in Wr. Neustadt gearbeitet. Da bin ich mit der Bahn gefahren. Bis zum Bahnhof mu\u00dfte ich jeden Morgen 4 Kilometer mit dem Fahrrad fahren oder zu Fu\u00df gehen. Bei schlechtem Wetter war das scheu\u00dflich. Oft war man durch und durch na\u00df, wenn man am Bahnhof ankam. Abends den gleichen Weg zur\u00fcck, vielleicht bei noch schlechterem Wetter.<br \/>\nMeine Frau wu\u00dfte, da\u00df ich dann nicht nur ein gutes warmes Abendessen brauchte, sondern auch eine gute Weile Zeit, um innerlich aufzutauen und mich richtig daheim f\u00fchlen zu k\u00f6nnen. Sie bedr\u00e4ngte mich weder mit Fragen noch mit dem \u00fcblichen Dorfklatsch. Wenn ich dann das Abendessen verdr\u00fcckt hatte und mit Ruhe die Tageszeitung gelesen hatte, dann war ich wieder ganz da und f\u00fchlte das \u201azu Hause sein\u2018. Dann kam f\u00fcr mich und meine Frau die gute Stunde des Tages, die uns geh\u00f6rte, wo wir uns gegenseitig aussprechen konnten.<br \/>\nViele M\u00e4nner und Frauen aus unserem Dorf sind Pendler und m\u00fcssen jeden Arbeitstag mit der Eisenbahn fahren, jeden Morgen und jeden Abend haben sie den langen Weg bei jedem Wetter vor sich. Ich kann verstehen, da\u00df sie daher abends wenig Lust haben noch einmal die Wohnung und die Familie zu verlassen. Darum ist in unserem Dorf mit dem Vereinsleben und mit dem Gemeinschaftsleben wenig los und dies finde ich als ungut. Der arbeitende Mensch sollte doch auch einige Stunden in frohen aber auch ernsten besinnlichen Gespr\u00e4chen haben.<br \/>\nIch bin wirklich froh dar\u00fcber, da\u00df ich nun mit dem Autobus in die Arbeit und jeden Tag heimfahren kann. Diesen Winter war ich ganz besonders froh, da\u00df uns unser gutgeheizter Bus jeden Tag p\u00fcnktlich nach Wien und heimgebracht hat. Und doch habe ich an den kalten Tagen oft an die Arbeitskollegen und -kolleginnen denken m\u00fcssen, die auch schon so fr\u00fch aufstehen m\u00fcssen und dann noch den weiten Weg zur Bahn gehen m\u00fcssen. Vielleicht k\u00f6nnte auch diese ein Autobus vom Wohnort zum Arbeitsort bringen, damit h\u00e4tten es viele besser. Warum geschieht da nichts? K\u00fcmmert sich da niemand darum? Vielleicht k\u00f6nnten die Arbeiter selbst etwas tun? Ein Pendler\u201c<br \/>\n(Aus: Der Pendler, M\u00e4rz 1966)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die schwach entwickelte Industrie, die kleinstrukturierte Landwirtschaft und das einfache Gewerbe des Burgenlandes boten nur wenige ad\u00e4quate Arbeitspl\u00e4tze. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3395,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[283,41,61],"tags":[],"class_list":["post-3394","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-283","category-soziales","category-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3394","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3394"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3394\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4718,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3394\/revisions\/4718"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3395"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3394"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3394"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3394"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}