{"id":3459,"date":"2021-09-09T07:28:59","date_gmt":"2021-09-09T05:28:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=3459"},"modified":"2024-09-02T17:57:24","modified_gmt":"2024-09-02T15:57:24","slug":"eine-dreimalige-ueberquerung-des-neusiedler-sees","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/eine-dreimalige-ueberquerung-des-neusiedler-sees\/","title":{"rendered":"Eine dreimalige \u00dcberquerung des Neusiedler Sees"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Vor rund 150 Jahre war es aufgrund der Laune der Natur auch m\u00f6glich, durch den See zu gehen. Da kaum gr\u00f6\u00dfere Fl\u00fcsse Wasser zuf\u00fchrten, bestimmten Verdunstung und Niederschlag fast ausschlie\u00dflich den Wasserhaushalt des Neusiedler Sees. Gibt es mehrere Jahre lang geringe Niederschl\u00e4ge und hohe Sommertemperaturen, kann dies auch zur Austrocknung von Teilen des Seebeckens f\u00fchren. Die letzte vollst\u00e4ndige Austrocknungsperiode des Neusiedler Sees war von 1865 bis 1871. Bereits um 1856 bemerkte man, dass sich das Wasser im See immer weiter zur\u00fcckzog und die nun trockenen Fl\u00e4chen am Ufer als Rinderweiden ben\u00fctzt wurden. Bereits 1864 war der Wasserstand im See nieder und gro\u00dfe Fl\u00e4chen waren praktisch wasserfrei. Der hei\u00dfe Sommer, starke F\u00f6hnwinde und der andauernde Regenmangel im Jahr 1865 bereiteten dem See ein Ende. Der Bodenschlamm trocknete auf und die kleinsten Winde wirbelten gro\u00dfe Staubwolken auf. Eine Staubkruste bedeckte den 60 bis 80 Zentimeter tiefen Schlamm.<\/p>\n<div id=\"attachment_3460\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet.png\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3460\" class=\"size-medium wp-image-3460\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-300x81.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"81\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-200x54.png 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-300x81.png 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-400x108.png 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-600x163.png 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-768x208.png 768w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-800x217.png 800w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-1024x278.png 1024w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-1200x325.png 1200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet-1536x417.png 1536w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Gegenwaertig-ausgetrocknet.png 1637w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3460\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Habsburgermonarchie (1869-1887) &#8211; Franzisco-Josephinische Landesaufnahme (1:25000) \u2013 der See wird als \u201ederzeit ausgetrocknet\u201c beschrieben<\/p><\/div>\n<p>Josef Mayerhofer, 1810 in Oggau geboren, Theologieprofessor in Raab, wagte mit einem Begleiter 1865 einen Fu\u00dfmarsch von Weiden am See nach Oggau, den er in seinen Lebenserinnerungen folgenderma\u00dfen beschrieb:<br \/>\n\u201eAm 24. September 1865 ging ich um 8 Uhr nach der hl. Messe von Weiden Richtung Oggau, nur mit einem Regenschirm bewaffnet und dachte, wenn mein Vorhaben nicht gelingt, w\u00fcrde ich wieder umkehren. Ich marschierte geradewegs auf den Kirchturm von Oggau zu und hoffet, dass ich Fu\u00dfspuren finden w\u00fcrde, denen ich folgen konnte. Aber leider fand ich keine Fu\u00dfspuren. Ich wurde begleitet von meinem Cousin. Bei Jois sank ich in den Schlamm, bis zum Knie. Und nach einer viertel Stunde erging es meinem Cousin genauso. Er sank bis zu den Oberschenkeln ein, und konnte erst nach langen M\u00fchen wieder herauskommen. Das Begehen des Neusiedler Sees ist immer wieder gef\u00e4hrlich, man sinkt sehr leicht ein. Wir gingen mutig weiter, nach 4 \u00bd Stunden Gehzeit kamen wir am Pfarrhof von Oggau an, zum geringen Erstaunen unserer dortigen bekannten. Zur\u00fcck marschierten wir dann entlang des Ufers. Im September 1866 machten wir dieselbe Tour nach Oggau noch einmal, aber diesmal schon ohne Gefahr. 1868 wiederholten wir diesen Ausflug noch einmal, diesmal war es sehr bequem, da man schon \u00fcberall sehr gut gehen konnte. 1869 machten wir den gleichen Ausflug mit einem Wagen, und brauchten dazu 3 Stunden. Wir konnten nur im Schritt fahren, denn der Boden war von den weidenden Rindern sehr uneben.\u201c<br \/>\n(Jozsef Mayrhofer, Lebenserinnerungen 1896)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor rund 150 Jahre war es aufgrund der Laune der Natur auch m\u00f6glich, durch den See zu gehen. 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