{"id":4019,"date":"2023-07-30T16:57:19","date_gmt":"2023-07-30T14:57:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=4019"},"modified":"2024-09-02T18:33:28","modified_gmt":"2024-09-02T16:33:28","slug":"fluechtlinge-als-moegliche-attentaeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/fluechtlinge-als-moegliche-attentaeter\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge als m\u00f6gliche Attent\u00e4ter?"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>1815 lie\u00df die Herrschaft Ungarisch-Altenburg bei Halbturn, an der Stra\u00dfe nach Zanegg\/Mosonszolnok, einen Meierhof errichten. Den Kolonisten standen zun\u00e4chst 46 neue Arbeiterh\u00e4user auf dem Meierhof zur Verf\u00fcgung, der nach seinem Stifter Albert Casimir benannt wurde. Die Anzahl der Bewohner des Meierhofs stieg sehr rasch an. Bereits 1829 bewohnten 259 Personen den Hof und 1913 z\u00e4hlte der Gutshof 394 Bewohner, die teilweise Ungarisch bzw. Deutsch sprachen. In der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts wurde der Casimir-Hof zur Zentrale im Herrschaftskomplex, mit einer M\u00fchle, einem mehrst\u00f6ckigen Fruchtmagazin, einer zentralen Reparaturwerkst\u00e4tte, mit Eisenbahnanschluss und eigener Stromanlage.<br \/>\nDurch die Grenzziehung 1922\/23 wurde der Wirtschaftskomplex der Gutsverwaltung Ungarisch-Altenburg auseinandergerissen. W\u00e4hrend Halbturn, Wittmannshof und Albrechtsfeld zu \u00d6sterreich kamen, verblieb der Albert-Casimir-Hof bei Ungarn bzw. wurde am 1. August 1923 wieder an Ungarn abgetreten. Die Polizeiabteilung Burgenland beobachtete die Situation sehr genau, da es Ger\u00fcchte gab, dass die entt\u00e4uschten Meierhofbewohner ein Attentat auf den \u00f6sterreichischen Bundeskanzler Seipel, dem man die Schuld f\u00fcr die R\u00fcckgabe des Hofes an Ungarn gab, geplant h\u00e4tten.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4020\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-300x186.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-200x124.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-400x248.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-600x371.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Sie berichtete an das Bundeskanzleramt in Wien, am 22. August 1923: <em>\u201e[\u2026] Infolge der durch Beschluss des \u00f6sterr.- ungar. Grenzregelungsausschuss am 1.8.1923 erfolgten \u00dcbergabe der beiden Meierh\u00f6fe Kasimir und Saida an Ungarn, sind die in beiliegenden Verzeichnisse genannten 42 landwirtschaftlichen Arbeiter von diesen Meierh\u00f6fen nach Halbturn gefl\u00fcchtet, weil sie wegen ihrer \u00f6sterreichfreundlichen Gesinnung und Bet\u00e4tigung; Verfolgungen seitens der ungarischen Beh\u00f6rden bef\u00fcrchten und dies umso mehr, als ihnen von ihren Arbeitskollegen diesbez\u00fcglich bereits gedroht wurde und sie von einem \u00f6sterreichischen Finanzwachorgan bereits gewarnt worden sein sollen.<br \/>\n<\/em><em>Die von der landwirtschaftlichen Abteilung der burgenl\u00e4ndischen Landesregierung mit diesen landwirtschaftlichen Arbeitern gepflogenen Verhandlungen ergaben Folgendes: Von den 42 Fl\u00fcchtlingen scheiden von vornherein 6 als dennoch am Betrieb befindlichen, mit 1.10.1923 normal gek\u00fcndigten, aus; ebenso kommen 8 ausgewiesene Fl\u00fcchtlinge als ungar. Staatsb\u00fcrger nicht in Betracht. 3 Fl\u00fcchtlinge haben bereits anderw\u00e4rtig einen Posten gefunden, 11 Fl\u00fcchtlinge werden im Einvernehmen mit der Gutspachtung auf ihre fr\u00fcheren Posten zur\u00fcckeingesetzt, die restlichen 14 Fl\u00fcchtlinge werden in Einvernehmen mit dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer-Verband auf die Gutspachtung in Halbturn, Bruck, Gattendorf und Baumern [Anmerkung: heute Pama] untergebracht werden. Ferner ergab eine Vorsprache beim ungarischen Obergespan in Ungar. Altenburg, dass es jeden Arbeiter frei steht auf seinen Arbeitsort zur\u00fcckzukehren und dass keiner von ihnen wegen seiner politischen Haltung oder gewerkschaftlichen T\u00e4tigkeit irgendeiner Schikane ausgesetzt sein werde. Die ungarischen Unterbeh\u00f6rden w\u00fcrden entsprechend angewiesen und eine Untersuchung der Vorf\u00e4lle angeordnet werden.\u201c<br \/>\n<\/em>Die polizeilichen Untersuchungen ergaben, dass die erz\u00fcrnten Meierhofbewohner sehr wohl im Gasthof ihren Unmut intensiv ge\u00e4u\u00dfert haben, doch von Anschlagspl\u00e4nen nichts eruiert werden konnte. (BLA-Polizei 1923, 881-E, ZL. 1297\/23)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1815 lie\u00df die Herrschaft Ungarisch-Altenburg bei Halbturn, an der Stra\u00dfe nach Zanegg\/Mosonszolnok, einen Meierhof errichten. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4020,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[285,20],"tags":[43],"class_list":["post-4019","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-285","category-zwischenkriegszeit","tag-halbturn"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4019","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4019"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4019\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4022,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4019\/revisions\/4022"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4020"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4019"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}