{"id":4166,"date":"2024-02-25T09:49:48","date_gmt":"2024-02-25T08:49:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=4166"},"modified":"2024-09-02T18:28:59","modified_gmt":"2024-09-02T16:28:59","slug":"der-magyarische-schrecken-in-westungarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/der-magyarische-schrecken-in-westungarn\/","title":{"rendered":"\u201eDer magyarische Schrecken in Westungarn\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Mit dieser \u00dcberschrift berichtete die \u201eWiener Morgenzeitung&#8221; am 10. September 1919 \u00fcber die Ereignisse in Gols, wo es von Seiten der ungarischen Regierung nach dem Zusammenbruch der R\u00e4teregierung zu Gewalttaten gegen\u00fcber der \u00f6sterreichfreundlichen Bev\u00f6lkerung kam. Im Wortlaut hie\u00df es:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Raete1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4167\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Raete1.jpg\" alt=\"\" width=\"297\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Raete1-200x97.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Raete1.jpg 297w\" sizes=\"(max-width: 297px) 100vw, 297px\" \/><\/a>\u201eIn Bruck an der Leitha sind neuerlich zahlreiche Fl\u00fcchtlinge aus Deutsch-Westungarn, insbesondere aus dem Wieselburger Komitat eingetroffen, die infolge der magyarischen Gewalttaten \u00fcber die Grenze nach Deutsch\u00f6sterreich gingen. Ueber die Vorfalle in der Gro\u00dfgemeinde des Wieselburger Komitates, Gols, wurde bei der Grenzbeh\u00f6rde ein amtliches Protokoll aufgenommen, das unter anderem die folgende Darstellung enth\u00e4lt: Letzten Samstag und Sonntag [6. und 7. September 1919] ver\u00fcbten die Magyaren in Gols, einer am nord\u00f6stlichen Ufer des Neusiedlersees gelegenen, v\u00f6llig deutschen Gro\u00dfgemeinde von gegen 2800 Einwohnern, Gewalttaten, die die ganze Gegend in Angst und Schrecken versetzten. Wie bereits berichtet, wurden die Aufrufe der Magyaren zur Einr\u00fcckung des Jahrganges 1898 (der 21j\u00e4hrigen) begreiflicherweise von den Deutsch-Westungarn nicht befolgt, weil der Anschlu\u00df Deutsch- Westungarns an Deutsch\u00f6sterreich f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit bevorsteht und niemand mehr unter magyarischem Kommando milit\u00e4rische Dienste leisten will. Der Aufruf zur Einr\u00fcckung wurde in Gols am Freitag den 5. d. M. verlautbart. Da niemand einr\u00fcckte, erschien am Samstag eine Patrouille von 12 Mann, bis an die Z\u00e4hne bewaffnet und mit Handgranaten ausger\u00fcstet, unter Kommando eines Leutnants, in der Gemeinde. Der Leutnant ging mit den Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett in Begleitung eines Gemeindegeschwornen in die H\u00e4u\u00adser, um die Einberufenen abzuholen. Er erkl\u00e4rte, wenn die Leute, die einr\u00fccken sollen, nicht bis 1 Uhr zur Stelle seien, so lasse er die Eltern erschie\u00dfen. Pl\u00f6tzlich herrschte der Leutnant die Leute an, sie m\u00f6gen sofort verschwinden. Als die Leute dieser Aufforderung nicht rasch genug Folge leisteten, wurde den Soldaten befohlen, mit Gewehrkolben auf sie dreinzuschlagen. Die Soldaten, s\u00e4mtliche Unteroffiziere, schlugen auch mit aller Kraft auf die Zuh\u00f6rer mit dem Gewehrkolben ein und verfolgten die Fl\u00fcchtenden bis in die H\u00e4user. Es wurden zahlreiche Leute verwundet, und es gab infolge der Kolbenschl\u00e4ge mehrere schwere Sch\u00e4delverletzungen und einigen, zumeist \u00e4lteren M\u00e4nnern, wurden Arme und Beine gebrochen. Als ein junger Bursche einen Soldaten fragte, warum mit derartigen rohen Gewaltt\u00e4tigkeiten vorgegangen werde, gab der Soldat auf ihn zwei Sch\u00fcsse ab, die aber zum Gl\u00fcck ihr Ziel verfehlten. Dies war das Zeichen dazu, da\u00df s\u00e4mtliche Soldaten der Patrouille auf die Fl\u00fcchtenden das Feuer er\u00f6ffneten. Die Soldaten setzten hierauf die Suche in den H\u00e4usern fort und trafen unter anderen auch eine Gruppe von Arbeitern, Dreschern, die gerade aus einem Hause heraustraten. Ohne den geringsten Grund st\u00fcrzte der Leutnant mit den Soldaten auf die harmlosen Leute los, der Leutnant begann den N\u00e4chsten mit seinen F\u00e4usten zu bearbeiten und die Soldaten schlugen auf die Drescher mit den Gewehrkolben los. Als die Leute entsetzt auseinanderstoben, er\u00f6ffneten die Soldaten neuerdings das Feuer, und es gab wieder zahlreiche Verwundungen, darunter eine schwere. Der Drescher Franz Steiner, der einen H\u00fcftenschu\u00df [sic!] erhalten hatte, blieb am Platze liegen. Einer Frau, welche sich bem\u00fchte, ihren verwundeten Sohn in einem Hause zu bergen, wurden von der Soldateska einige Sch\u00fcsse nachgesendet. Von den magyarischen Soldaten wurden auch Dum=Dum=Gescho\u00dfe verwendet, und ein deratiges Gescho\u00df wurde auch bereits der amerikanischen Mission in Wien \u00fcbergeben. Als niemand mehr auf der Stra\u00dfe zu sehen war, da sich alles vor Angst in den H\u00e4usern verkrochen hatte, begab sich der Leutnant in die Gemeindekanzlei, wo er erkl\u00e4rte, wenn die Einberufenen nicht zur Stelle gebracht werden k\u00f6nnten, so w\u00fcrden die \u00e4lteren Leute oder wer sonst immer gefunden w\u00fcrde, an ihrer Stelle mitgenommen werden. Wenn der Widerstand fortdauere, so w\u00fcrden sich in Gols Dinge ereignen, an die die Leute noch lange denken w\u00fcrden. Unter anderem drohte der Leutnant mit Brandstiftung. Sonntag den 7. d. M. nachmittags erschien dann eine Truppe von 20 Mann mit einem Maschinengewehr unter Kommando des Rittmeisters Koschuch und des Leutnants, der tagsvorher mit seiner Patrouille die Untaten in Gols ver\u00fcbt hatte. Die Soldaten begaben sich wieder in die einzelnen H\u00e4user, um die Einberufenen zu holen. Es wurde jedoch keiner angetroffen, da sie bereits gefl\u00fcchtet waren. Statt ihrer wurden nunmehr die V\u00e4ter in Haft genommen und abgef\u00fchrt, \u00e4ltere M\u00e4nner im Alter von 60 bis 70 Jahren. Dies geschah unter furchtbarem Geschimpfe und gro\u00dfen Drohungen; die Leute wurden \u201eSchweine&#8221; und \u201eHunde&#8221; genannt und es wurde ihnen angedroht, da\u00df der Ort werde angez\u00fcndet werden, alle Leute der Ortschaft m\u00fc\u00dften erschlagen werden. Als der Rittmeister gefragt wurde, ob er denn das Recht zu solchen Gewalttaten h\u00e4tte, erkl\u00e4rte er: \u201eJa, das habe ich. &#8220;Zahlreiche Bewohner von Gols sind \u00fcber die Grenze gefl\u00fcchtet und befinden sich auf \u00f6sterreichischem Boden. Man vermutet, da\u00df die von den Magyaren ver\u00fcbten Gewalttaten in erster Linie darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein [sic!], da\u00df der christlichsoziale Nationalit\u00e4tenminister der Budapester Regierung, Bleyer, welcher vor zirka zwei Wochen in Gols eine Versammlungsrede gegen den Anschlu\u00df halten wollte, nicht angeh\u00f6rt worden war. Als er damals gegen Deutsch\u00f6sterreich damit Stimmung machen wollte, da\u00df er erz\u00e4hlte in Deutsch\u00f6sterreich herrsche der Kommunismus und Bela Kun sei hier freundschaftlich aufgenommen worden, antworteten ihm die Leute, das seien L\u00fcgen, Bela Kun sei in \u00d6sterreich verhaftet worden. Minister Bleyer mu\u00dfte sich damals unverrichteter Dinge aus Gols entfernen. Der Stuhlrichter von Neusiedel [sic!], Gy\u00f6ngy\u00f6si, erkl\u00e4rte, da\u00df alle Einberufenen, welche nicht einr\u00fccken w\u00fcrden, standrechtlich erschossen werden. Einzelne der Soldaten aber, welche Sonntag nach Gols gekommen waren, warnten alle die Leute, einzur\u00fccken, die Einger\u00fcckten w\u00fcrden zweifellos verschleppt werden und niemals mehr in ihre Heimat zur\u00fcckkommen k\u00f6nnen. Bezeichnend f\u00fcr die magyarische Propaganda ist es auch, da\u00df Plakate angeschlagen worden sind, in denen es hei\u00dft, da\u00df in Oesterreich wieder der Kommunismus herrsche. Alles solle sofort einr\u00fccken, um die Gefahr, die durch den \u00f6sterreichischen Kommunismus f\u00fcr Ungarn drohe, abzuwenden.<br \/>\n(Radlsp\u00e4ck Friedrich: nicht systemkonform. Menschen und Schicksale 1938-1945. 2020 Gols. S. 17)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dieser \u00dcberschrift berichtete die \u201eWiener Morgenzeitung&#8221; am 10. 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