{"id":4212,"date":"2024-05-12T07:41:36","date_gmt":"2024-05-12T05:41:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=4212"},"modified":"2024-09-02T18:25:28","modified_gmt":"2024-09-02T16:25:28","slug":"alle-kinder-sind-schlecht-gekleidet-schlecht-ernaehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/alle-kinder-sind-schlecht-gekleidet-schlecht-ernaehrt\/","title":{"rendered":"\u201eAlle Kinder sind schlecht gekleidet, schlecht ern\u00e4hrt, \u2026\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Eine Mitarbeiterin des Kinderf\u00fcrsorgeamtes Oberpullendorf besuchte im September 1929 die Romasiedlung in Rattersdorf-Liebing und insbesondere die Familie Johann und Regina Papai. In ihrem Bericht beschreibt sie einerseits die wirtschaftliche Not der Familie, deren Bem\u00fchungen, dieser zu entkommen, und die ungerechte Behandlung der Familie seitens der Beh\u00f6rden.<br \/>\nDer Bericht vom 19.9.1929 an das Amt der burgenl\u00e4ndischen Landesregierung in Sauerbrunn lautete:<br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Unbenannt.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4213\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Unbenannt-300x172.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"172\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Unbenannt-200x115.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Unbenannt-300x172.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Unbenannt-400x230.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Unbenannt-600x345.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Unbenannt.jpg 616w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eAuf Grund den am 18.9.1929 erfolgten F\u00fcrsorgebesuches in der Zigeunerkolonie Rattersdorf-Liebing wird nachfolgender Bericht der F\u00fcrsorgeangelegenheit der Kinder des Johann Horvath erstattet. Johann Horvath geb. 1916, Koloman Horvath geb. 1923 und Franziska Horvath geb. 1923 sind die ehelichen Kinder des Johann Horvath und der Katharina, geb. Hodossi in Kleinmutschen wohnhaft nach Girm zust\u00e4ndig. Die Kinder sind seit dem 3.7.1929 bei ihrem Onkel Johann Papai und dessen Frau Regina geb. Hodossi in Pflege. Johann Papai ist Kriegsinvalide bezieht aber keine Invalidenrente da er bei Neuanmeldung als Burgenland von \u00d6sterreich \u00fcbernommen wurde seine Papiere nicht vorweisen konnte, obwohl er seiner Zeit von Ungarn die Rente bezogen habe, unterblieb die Geltendmachung seines Anspruches. Er ist Musikant mit wechselndem Einkommen aus seinem Spiel (Cymbal) und geht des Sommers zu den verschiedenen Bauern helfen und seine Frau hilft ihm dabei. Sie bewohnen eine teils Lehm- teils Ziegelerbaute H\u00fctte mit einem Zimmer und 1 K\u00fcche. Die Einrichtung gleicht einer Kleinh\u00e4uslerwohnung mit zwei Betten Bettzeug und Bettw\u00e4sche, Tisch, Kasten ein kleiner Schrank, Vorh\u00e4nge vor den Fenstern, Uhr an der Wand, die K\u00fcche weist nur das notwendigste an Geschirr auf. Alles ist rein und ordentlich. Papai ist 43 Jahre alt sieht unterern\u00e4hrt und \u00fcberdies krank aus. Er hat f\u00fcr Frau und f\u00fcr vier Kinder, Josefine, Anna, Franziska im Alter von 14 bis 6 Jahre (besuchen die Schule) und Johann 2 Jahre zu sorgen. Seine beiden \u00e4ltesten T\u00f6chter Paula und Marie 19 und 18 Jahre alt sind in Wien in Dienst.<br \/>\n<\/em><em>Alle Kinder auch die des Johann Horvath sind schlecht gekleidet, schlecht ern\u00e4hrt, haben keine Schulb\u00fccher noch Schulrequisiten.<br \/>\n<\/em><em>Die Erwerbsverh\u00e4ltnisse sind ung\u00fcnstig, der Stra\u00dfenbau Lockenhaus ist nur eine vor\u00fcbergehende Erleichterung. Aus der aus 76 Personen bestehenden Siedlung von 10 Familien hat sich nur ein Zigeuner zu einer durchgehenden Arbeitsstelle durchzuringen vermocht. Ein zweiter ist Schmied und betriebt eine kleine Schmiede in der Siedlung mit seinem 15j\u00e4hrigen Sohn. Alle anderen sind Zufallsarbeiter.\u201c\u00a0 <\/em>(BLA, BH OP. H-Akte 1926-1929. Karton 1. Zl. 13)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Mitarbeiterin des Kinderf\u00fcrsorgeamtes Oberpullendorf besuchte im September 1929 die Romasiedlung in Rattersdorf-Liebing.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4213,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[286,49,41],"tags":[208,207],"class_list":["post-4212","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-286","category-roma","category-soziales","tag-liebing","tag-rattersdorf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4212"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4212\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4214,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4212\/revisions\/4214"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}