{"id":487,"date":"2015-09-02T09:13:07","date_gmt":"2015-09-02T07:13:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=487"},"modified":"2024-09-02T16:26:12","modified_gmt":"2024-09-02T14:26:12","slug":"feldmaeuse-als-biblische-plage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/feldmaeuse-als-biblische-plage\/","title":{"rendered":"Feldm\u00e4use als biblische Plage"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-background-position:left top;--awb-border-sizes-top:0px;--awb-border-sizes-bottom:0px;--awb-border-sizes-left:0px;--awb-border-sizes-right:0px;--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-padding-top:20px;--awb-padding-right:0px;--awb-padding-bottom:20px;--awb-padding-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last fusion-column-no-min-height\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-margin-bottom:0px;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Aufzeichnungen des Pfarrers Jukovits:<br \/>\n\u201e1873: Traf ein gro\u00dfes Mi\u00dfgeschick diese Gegend, besonders aber Apetlon. Schon vorhergehenden Herbst war das \u00dcberhandnehmen der Feldm\u00e4use bemerkbar, denn sie machten in dem Kukuruz sehr viel Schaden. Der gelinde Winter war ihrer Zucht bef\u00f6rderlich. Im Fr\u00fchjahr, da genug Regen war, standen die Saaten so herrlich, da\u00df man sich allgemein ein so fruchtbares Jahr versprach, wie seit Menschens Denken hierorts noch nicht gewesen ist. April traten die M\u00e4use in ungeheurer Menge auf, die immer mehr wuchs.<\/p>\n<div id=\"attachment_491\" style=\"width: 383px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Beim-Schnitt-Kopie.bmp\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-491\" class=\"size-full wp-image-491\" src=\"http:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Beim-Schnitt-Kopie.bmp\" alt=\"Bei der Feldarbeit\" width=\"373\" height=\"270\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-491\" class=\"wp-caption-text\">Bei der Feldarbeit (Sammlung Gemeinde Wallern)<\/p><\/div>\n<p>Sie liefen auf den Feldern ganz ungenirt herum, wie die H\u00fchner in einem Gefl\u00fcgelhofe, und an stillen Abenden konnte man ein fortw\u00e4hrendes Rauschen vernehmen, wie sie im Getreide herumliefen und daran nagten. Bis Mitte Mai haben sie die Weizfelder, die ihnen besonders behagten, sauber gemacht, vorz\u00fcglich gegen Walla und St. Andr\u00e4 zu auf den sogenannten Sieben- &amp; Acht- Mahden. Keine Menschenhand kann die Schnittarbeit so rein verrichten, als diese Thierchen. &#8211; Die Stoppeln standen da wie nach dem Schnitte, ein Stoppel so hoch wie das andere, und kein Blatt kein Halm war vorfindlich. Nach dem Weizen ging es \u00fcber das Korn; das haben sie nur bei den Knospen abgebissen, und die Halmst\u00fcckchen lagen haufenweise da wie Z\u00fcndh\u00f6lzchen. [\u2026]. Die Weizenfechsung ist durch sie total vernichtet worden. Kaum einige Bauern gab es, die ihren Weizen zum Brot und Anbau nicht kaufen mu\u00dften. Korn- und Gerstefechsung ist \u00fcber die H\u00e4lfte herabgemindert worden. Dazu hatte das Korn auch eine schlechte Bl\u00fctezeit gehabt, und zeigte somit gro\u00dfentheils leeres Stroh auf. Die M\u00e4use waren gr\u00f6\u00dfer als die gew\u00f6hnlichen Feldm\u00e4use, mehr rattenartig. Nach der Frucht kam die Reihe auf den Kukuruz, den sie so ziemlich ganz vertilgten, und nachher \u00fcber die Weing\u00e4rten. Letzterer Zeit gesellten sich zu den M\u00e4usen die Hamster. In einem Weingarten wurden oft 15- bis 25 St\u00fcck ausgetr\u00e4nkt. Es war gerade als k\u00e4men die \u00e4gyptischen Plagen \u00fcber unseren Ort. Nach den sch\u00f6nsten Hoffnungen folgte die Aussicht auf gro\u00dfes Elend. Die Leute um das Wenige in ihren Weing\u00e4rten vor den gefressigen Thieren zu retten, stellten die Weinlese um 14 Tage vor der Zeit an, und erhielten somit einen s\u00e4uerlichen geistlosen Wein, den ihnen Niemand abkaufen wollte. &#8211; Um den Winter mit seiner Familie durchleben zu k\u00f6nnen, lief alles, was nur ein bischen Hypothek besa\u00df, zu den Sparkassa\u00e4mtern und zu den Juden, vor denen sich mit diesem allgemeinen Misere ein weites Feld der Spekulationen \u00f6ffnete. Auf Intervention der Komitatsbeh\u00f6rde wurde die Eintreibung der Steuer auf ein Jahr verschoben, und f\u00fcr die M\u00e4usebesch\u00e4digten im Lande gesammelt. Apetlon erhielt in Folge dessen 1000 fl welche laut Verordnung der betreffenden Comitats -Commission unter 40 armen Bauern, die an Credit am meisten herabgekommen waren, zu je 25 f am Vorabende Weihnachtens vertheilt. Da\u00df damit dem wahren Bed\u00fcrfnisse bei weitem noch nicht abgeholfen, wohl aber in der Gemeinde der Geist des Neides aufgeregt wurde, brauche ich nicht zu erw\u00e4hnen.\u201c (Aus: Pinter Paul: Aufzeichnungen \u00fcber die Gemeinde Apetlon. S. 63)<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufzeichnungen des Pfarrers Jukovits:<br \/>\n\u201e1873: Traf ein gro\u00dfes Mi\u00dfgeschick diese Gegend, besonders aber Apetlon. Schon vorhergehenden Herbst war das \u00dcberhandnehmen der Feldm\u00e4use bemerkbar, denn sie machten in dem Kukuruz sehr viel Schaden. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":488,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[276,17],"tags":[70],"class_list":["post-487","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-276","category-landwirtschaft","tag-apetlon"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=487"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/487\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4339,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/487\/revisions\/4339"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/488"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=487"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}