{"id":5031,"date":"2025-08-03T08:32:21","date_gmt":"2025-08-03T06:32:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=5031"},"modified":"2025-08-03T08:32:21","modified_gmt":"2025-08-03T06:32:21","slug":"schrecklicher-unfall-in-dynamitfabrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/schrecklicher-unfall-in-dynamitfabrik\/","title":{"rendered":"Schrecklicher Unfall in Dynamitfabrik"},"content":{"rendered":"<p>S\u00fcdlich von Zurndorf befand sich von 1887 bis 1921 eine Dynamitfabrik. 1891 lag die Produktion bei 1,1 Millionen Kilogramm Meganit. Auf Grund von mangelhaften Schutzvorkehrungen kam es 1888 und 1890 zu Unf\u00e4llen mit Todesfolgen. Der Westungarische Grenzbote berichtet von der Katastrophe am 13. Dezember 1890:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Dynamitfabrik.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5032\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Dynamitfabrik-300x190.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Dynamitfabrik-200x127.png 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Dynamitfabrik-300x190.png 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Dynamitfabrik-320x202.png 320w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Dynamitfabrik-400x254.png 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Dynamitfabrik.png 468w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eEine entsetzliche Katastrophe in der Zurndorfer Meganit-Fabrik:<br \/>\nDie Leser werden sich noch an die schreckliche Explosion in der Zurndorfer Dynamit- respektive Meganit-Fabrik des Wiener Industriellen Sch\u00fcckher erinnern, abermals hat nun in dieser Fabrik eine Katastrophe stattgefunden, der mehrere Menschenleben zum Opfer fielen. Wir hatten seinerzeit \u00fcber die mangelhafte Einrichtung und \u00fcber den dort herrschenden Schlendrian berichtet und die Regierung aufmerksam gemacht, dass es in der Weise nicht mehr fortgehen kann und energische Ma\u00dfnahmen getroffen werden m\u00fcssen. Es wurden auch Ministerial Kommissare entsendet, welche eine strenge Untersuchung vornahmen und solange den Betrieb in der Fabrik gesperrt haben, bis nicht wenigstens den dringendsten gesetzlichen Anforderungen entsprochen war. Damals erweiterte man die Fabrik und machte verschiedene Zubauten, doch scheint dort noch immer nicht mit jener gewissenhaften, strengen Vorsicht gearbeitet zu werden, denn sonst h\u00e4tte sich nicht abermals ein solches Ungl\u00fcck ereignen k\u00f6nnen.<br \/>\nWie man uns n\u00e4mlich berichtete, ist am 11. Dezember 1890, nachmittags um 2 Uhr, die Patronenf\u00fcllh\u00fctte Nr. 11, in welcher sich drei Arbeiterinnen befanden, in die Luft geflogen und wurden die ungl\u00fccklichen Opfer buchst\u00e4blich in Fetzen gerissen, so, dass man ihre K\u00f6rperteile zwanzig Schritte von der Ungl\u00fccksst\u00e4tte entfernt, vom Boden auflesen und zusammenklauben musste. Eine der durch die Explosion get\u00f6teten Arbeiterin war eine Witwe aus Pre\u00dfburg, welche einen 7 Jahre alten Knaben nun als elternlose, g\u00e4nzlich verlassenen Waisen zur\u00fcckl\u00e4sst. Die beiden anderen get\u00f6teten Arbeiterinnen sind nach Nickelsdorf zust\u00e4ndig und hei\u00dfen Netti Diewald und Maria Zech.<br \/>\nWie verlautet, hatten die Arbeiterinnen ein riesiges Quantum Meganit vor sich zur Verarbeitung liegen und \u00fcberdies sehr viele bereits fertige Patronen. W\u00e4hrend der Arbeit explodierte der gef\u00e4hrliche Sprengstoff, zertr\u00fcmmerte die H\u00fctte und zerfetzte die beklagenswerten Gesch\u00f6pfe, welche um kargen Arbeitslohn gezwungen sind, ihr Leben solcher Gefahr preiszugeben.<br \/>\nAber die Explosion hat auch noch andere als diese drei Opfer gefordert, in dem durch den Luftdruck und die f\u00fcrchterliche Ersch\u00fctterung in den beiden neben befindlichen H\u00fctten betr\u00e4chtlicher Schaden angerichtet worden ist und die darin arbeitenden M\u00e4dchen durch die zertr\u00fcmmerten Fensterscheiben, Splitter der geborstenen T\u00fcr und Seitenw\u00e4nde der H\u00fctte so schwere Verletzungen erlitten, dass an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Diese schwerverletzen Arbeiterinnen hei\u00dfen Elisabeth Friedl, Susanne Kellmann und Elise Heidowitsch. Der Anblick der Ungl\u00fcckst\u00e4tte soll ein grauenhafter gewesen sein, insbesonders die zerfleischten K\u00f6rper der Toten. Ringsherum lagen die Tr\u00fcmmer der zersprengten H\u00fctte. Das Jammern der Schwerverletzten war Herzersch\u00fctternd, umso mehr, als momentan keine \u00e4rztliche Hilfe zur Hand war und sie ziemlich lange warten mussten, bis man ihnen Verb\u00e4nde anlegen konnte.<br \/>\nDie Nachricht \u00fcber die Explosion hatte sich rasch in der Umgebung der Fabrik verbreitet und besonders in Zurndorf und Nickelsdorf unter der Bewohnerschaft Schrecken, Aufregung und Erbitterung gegen die Fabrik hervorgerufen. Dieser neueste Ungl\u00fccksfall beweist abermals, wie gro\u00dfe Aufmerksamkeit man seitens der Beh\u00f6rde auf solche Fabriken verwenden und mit welch unnachsichtiger Strenge selbst im Kleinstem eingegriffen werden muss.\u201c<br \/>\n(https:\/\/www.difmoe.eu\/view\/uuid:9d122e47-7ba9-4d18-8294-f5328cf95a1d?page=uuid:42f21d2d-8986-46e2-badf-b24ad7b7e469&amp;fulltext=Zurndorf)<br \/>\n(Danke an Roman Kriszt f\u00fcr den Hinweis!)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00fcdlich von Zurndorf befand sich von 1887 bis 1921 eine Dynamitfabrik. 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