{"id":5158,"date":"2026-03-15T07:02:32","date_gmt":"2026-03-15T06:02:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=5158"},"modified":"2026-03-15T07:02:32","modified_gmt":"2026-03-15T06:02:32","slug":"arbeitspflicht-bis-zum-55-lebensjahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/arbeitspflicht-bis-zum-55-lebensjahr\/","title":{"rendered":"Arbeitspflicht bis zum 55. Lebensjahr"},"content":{"rendered":"<p>Im Dezember 1916 trat in \u00d6sterreich-Ungarn das Gesetz zum \u201eVaterl\u00e4ndischen Hilfsdienst&#8221; in Kraft, das eine allgemeine Arbeitspflicht f\u00fcr alle nicht kriegsdienstf\u00e4higen M\u00e4nner zwischen dem vollendeten 16. und dem 60. Lebensjahr festschrieb. Schon zuvor hatten die Komitatsbeh\u00f6rden die M\u00f6glichkeit, Frauen und Jugendliche zur Arbeitspflicht heranzuziehen bzw. sich widersetzende Personen zu bestrafen. Von den Ergebnissen einer Vereinbarung berichtete die Grenzpost im M\u00e4rz 1916:<br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/arbeit.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5159\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/arbeit-300x130.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"130\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/arbeit-200x86.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/arbeit-300x130.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/arbeit.jpg 398w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eUnter dem Vorsitz des Oberstuhlrichters Stefan Lauringer fand eine Konferenz der Oberwarter Wirtschaftskommission statt, in welcher der Oberstuhlrichter folgendes ausgef\u00fchrt hat:<br \/>\n<\/em><em>Da durch die zahlreichen Einberufungen zu viele Arbeitskr\u00e4fte entzogen wurden, m\u00fcssen die Zuhausegebliebenen \u00fcberall dort eingreifen, wo es an Arbeitskr\u00e4ften fehlt. Es wurde am Verordnungswege anbefohlen, dass die Zuhausegebliebenen M\u00e4nner, Frauen und J\u00fcnglinge, wenn sie zur Arbeit f\u00fcr andere gerufen werden, folgeleisten m\u00fcssen, ansonsten sind sie schweren Strafen ausgesetzt. Die Kriegsunterst\u00fctzung geniessenden Frauen verlieren im unbegr\u00fcndeten Weigerungsfall ihre Unterst\u00fctzung und werden \u00fcberdies zur Arbeit gezwungen. Die sich grundlos weigernden M\u00e4nner aber werden bis zum 55. Lebensjahr zu Kriegsarbeiten einberufen.<br \/>\n<\/em><em>In jeder Gemeinde besteht von heute an eine Wirtschaftskommission, die aus dem Richter und ein bis zwei Geschworenen gebildet wird. Diese Kommission hat in Bezug auf die Bestellung der einzelnen Zugtierbesitzer oder der Handlanger zur Hilfeleistung selbst\u00e4ndiges Verf\u00fcgungsrecht. Im Falle einer Klage hat sich die Kommission allsogleich und unmittelbar an den Oberstuhlrichter zu wenden, ebenso k\u00f6nnen es die zur Arbeit bestellten tun. Hiezu gen\u00fcgt auch eine einfache Korrespondenzkarte. Der Taglohn f\u00fcr Frauen und J\u00fcnglinge unter 16 Jahren wurde per Wirtschaftstag mit Kost auf 1,30 Kronen, ohne Kost auf 2,50 Kronen festgesetzt. M\u00e4nner bekommen per Wirtschafstag mit Kost 2,60 Kronen, ohne<\/em> <em>Kost 4 Kronen. F\u00fcr ein Pferdedoppelgespann wurde per Wirtschaftstag ein Entgelt von 10 Kronen, f\u00fcr ein Kuhgespann und f\u00fcr ein Pferdeeinsp\u00e4nner je 6 Kronen festgestellt. Zur Schnitt- und Mahdzeit wird jeder obige Taglohn um etwa 70 Prozent erh\u00f6ht. Die angef\u00fchrten Tagl\u00f6hne beziehen sich nur auf solche F\u00e4lle, in denen die Arbeits- und Zugkraft durch die Wirtschaftskommission zur Aushilfe bei Mangel an Arbeitskraft Leidenden bestellt wurden. Sonst steht es jedermann frei bez\u00fcglich der eigenen Arbeiten mit den Tagl\u00f6hnern und Fuhrleuten nach Gutd\u00fcnken Vereinbarungen zu treffen.\u201c<\/em> (Grenzpost vom 19. M\u00e4rz 1916, S. 2\/3)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dezember 1916 trat in \u00d6sterreich-Ungarn das Gesetz zum \u201eVaterl\u00e4ndischen Hilfsdienst&#8221; in Kraft, das eine allgemeine Arbeitspflicht &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5159,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[293,21,41],"tags":[59],"class_list":["post-5158","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-293","category-i-weltkrieg","category-soziales","tag-oberwart"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5158","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5158"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5158\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5160,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5158\/revisions\/5160"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5159"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5158"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5158"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5158"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}