{"id":5195,"date":"2026-05-24T06:56:38","date_gmt":"2026-05-24T04:56:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=5195"},"modified":"2026-05-24T06:56:38","modified_gmt":"2026-05-24T04:56:38","slug":"thora-und-talmud-die-ewigen-lebensquellen-des-judentums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/thora-und-talmud-die-ewigen-lebensquellen-des-judentums\/","title":{"rendered":"Thora und Talmud, die ewigen Lebensquellen des Judentums"},"content":{"rendered":"<p>Moses Leopold, geb. 1888 in M\u00f6dling, war Journalist und verantwortlicher Leiter des <em>J\u00fcdischen Nachrichtenblattes Ausgabe Wien<\/em>. Dr. Moses Leopold wurde am 24. April 1888 in M\u00f6dling (\u00d6sterreich) geboren, war Archivar und Bibliothekar und betreute ab 1934 das Archiv und die Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. In den 1920er Jahren widmete er sich auch der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der j\u00fcdischen Gemeinden im Burgenland. Er besuchte diese und berichtete \u00fcber seine Eindr\u00fccke. Im April\/Mai 1928 war er zu Gast in Frauenkirchen:<br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Thorarolle-FRK.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5196\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Thorarolle-FRK-166x300.jpg\" alt=\"\" width=\"166\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Thorarolle-FRK-166x300.jpg 166w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Thorarolle-FRK-200x362.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Thorarolle-FRK-400x724.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Thorarolle-FRK-566x1024.jpg 566w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Thorarolle-FRK.jpg 575w\" sizes=\"(max-width: 166px) 100vw, 166px\" \/><\/a>\u201e<\/em><em>Frauenkirchen ist ein freundliches St\u00e4dtchen, dessen breite und nicht gerade dicht verbaute Stra\u00dfen sogar schon elektrisch beleuchtet sind. Es ist innerhalb seines Bezirkes ein richtiges Handelszentrum, wir aber hatten dort entschiedenes Pech und konnten bei unserer Ankunft &#8211; es war 11 Uhr nachts &#8211; von einem freundlichen Empfang nicht viel merken. In allen Gasth\u00f6fen, soweit sie \u00fcberhaupt noch ge\u00f6ffnet hatten, bedauerte man, da\u00df nichts mehr frei w\u00e4re; inzwischen wurde es 12 Uhr, die Stra\u00dfenbeleuchtung erlosch, und wir standen in den finsteren und menschenleeren Gassen. Mit M\u00fche fanden wir den Weg zum Bahnhof zur\u00fcck und konnten dort in einer unversperrten Veranda, halb unter freiem Himmel auf harten B\u00e4nken einige Stunden lang die m\u00fcden Beine ausstrecken. Zum Gl\u00fcck war die Nacht schw\u00fcl, und so mu\u00dften wir wenigstens nicht bef\u00fcrchten, dieses Abenteuer mit einem Schnupfen zu bezahlen.<br \/>\n<\/em><em>Am n\u00e4chsten Morgen machten wir im Bet ha-Midrasch und im j\u00fcdischen Cafe-Restaurant die Bekanntschaft der Juden von Frauenkirchen. Wir lernten in ihnen streng fromme und brave Leute kennen, die sich im Durchschnitt einer gewissen Wohlhabenheit erfreuen und um die sch\u00f6ne alte Synagoge herum, in den paar Hauptstra\u00dfen des St\u00e4dtchens und einigen schmalen G\u00e4sschen dazwischen Handel und Gewerbe betreiben. Vor mehreren Jahrzehnten lieb\u00e4ugelten auch die Frauenkirchner Juden ein wenig mit freieren Lebensformen, aber dann kam der Krieg und nach ihm der Bandenkrieg in Westungarn, und mancher von ihnen erlitt schwere Schicksalsschl\u00e4ge. Da aber zeigte sich, aus welchem Holze sie geschnitzt sind, sie wurden wieder w\u00fcrdige S\u00f6hne ihrer V\u00e4ter, und heute sch\u00f6pft in dieser Gemeinde wieder wie in alter Zeit Jung und Alt tags\u00fcber und abends aus dem ewigen Lebensquell des Judentums: Thora und Talmud.\u201c<br \/>\n<\/em>(In: Leopold Moses. Spazierg\u00e4nge. Studien und Skizzen zur Geschichte der Juden in \u00d6sterreich, Hg. Patricia Steines, Wien 1994. S. 176, 177.)<br \/>\nMoses Leopold wurde im Dezember 1943 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moses Leopold, geb. 1888 in M\u00f6dling, war Journalist und verantwortlicher Leiter des J\u00fcdischen Nachrichtenblattes Ausgabe Wien. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5196,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[293,29],"tags":[25],"class_list":["post-5195","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-293","category-judentum","tag-frauenkirchen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5195","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5195"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5195\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5197,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5195\/revisions\/5197"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5196"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5195"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5195"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5195"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}