{"id":5213,"date":"2026-06-28T10:02:23","date_gmt":"2026-06-28T08:02:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=5213"},"modified":"2026-06-28T10:06:37","modified_gmt":"2026-06-28T08:06:37","slug":"die-leute-in-podersdorf-bekamen-fast-alle-augenentzuendungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/die-leute-in-podersdorf-bekamen-fast-alle-augenentzuendungen\/","title":{"rendered":"Die Leute in Podersdorf bekamen fast alle Augenentz\u00fcndungen \u2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1100.32px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Der Neusiedler See war nachweislich in der Neuzeit 1736, 1811 und von 1865-1871 zum Teil oder vollkommen ausgetrocknet. Schon 1864 war der Wasserstand im Seebecken sehr niedrig und gro\u00dfe Fl\u00e4chen waren praktisch wasserfrei. Die hei\u00dfen Tage, gepaart mit F\u00f6hnwinden und andauerndem Regenmangel, f\u00fchrten dazu, dass das Wasser im See 1865 vollkommen verschwand. Nur an der tieferen Stelle zwischen Apetlon und Esterh\u00e1z schimmerte ein schmaler Wasserstreifen. Josef Mayrhofer beschrieb die Folgen der Austrocknung folgenderma\u00dfen:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Austrocknung.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5214\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Austrocknung-300x161.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"161\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Austrocknung-200x107.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Austrocknung-300x161.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Austrocknung-400x215.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Austrocknung-600x322.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Austrocknung-768x412.jpg 768w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Austrocknung.jpg 799w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eDer Bodenschlamm trocknete bald auf und entwickelte mit dem herauskristallisierten Salze viel Staub, den der leiseste Wind emporwirbelte und gro\u00dfe Staubwolken bildete, welche den Leuten wie Rauchwolken erschienen und oft die Meinung weckten, da\u00df am dr\u00fcberen Seeufer eine Feuersbrunst w\u00fcte. Die Oberfl\u00e4che des Seebodens war glatt wie eine Tenne. Durch Eintrocknung bildete sich eine Kruste von sechs bis sieben Zentimeter Dicke, welche den 60 bis 80 Zentimeter tiefen Schlamm bedeckte. Die Spr\u00fcnge der Schlammkruste teilten dieselbe in mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfige Quadrate. Das Gehen auf dem Seeboden war sehr unsicher, weil die Kruste unter den F\u00fc\u00dfen leicht einbrach und der Wanderer bis \u00fcber die Knie in den Schlamm sank. [\u2026] Am unliebsamsten wurde es empfunden, da\u00df zur Zeit der Trockenheit des Sees der am Seeboden entstandene Salzstaub \u00fcberallhin durch die Winde verweht wurde, das ganze Ufergel\u00e4nde bedeckte und sich zu H\u00fcgeln anh\u00e4ufte. Besonders Podersdorf litt viel unter diesen Salzstaubverwehungen. Die meist n\u00f6rdlichen Winde brachten viel solchen Staub, umh\u00fcllten die Gemeinde mit Wolken und verwehten oft ganze Weing\u00e4rten und \u00c4cker. Die Leute in Podersdorf bekamen fast alle Augenentz\u00fcndungen durch die Einwirkung des ,,Zickstaubes\u201c [\u2026] In den sechs Jahren der Trockenheit des Sees hatten die Bewohner des \u00f6stlichen Ufers sich sehr \u00fcber schlechte Ernten zu beklagen. Als Ursache des Mi\u00dfwuchses gaben sie die gro\u00dfe D\u00fcrre und den vielen Flugsand an, mit welchem die Winde ihre Felder und Weing\u00e4rten verwehten. In Podersdorf kam dazu im Jahre 1864 ein schrecklicher Hagel und ein Jahr sp\u00e4ter ein arger Frost, der ihre Hoffnung auf eine gute Weinernte zunichte machte. Die Bewohner der Orte am See gingen h\u00e4nderingend umher und klagten bitter, da\u00df sie verhungern m\u00fc\u00dften, wenn die Trockenheit des Sees noch lange andauern w\u00fcrde, denn ihr schrieben sie den Mangel an Niederschl\u00e4gen zu, auch den Hagel h\u00e4tte der See angezogen, weil es solchen auf ihren Feldern nie gegeben hatte, solange der See mit Wasser gef\u00fcllt war. [\u2026]\u201c\u00a0(<a href=\"https:\/\/www.zobodat.at\/pdf\/Oesterreichs-Fischerei_28_0088-0093.pdf\">https:\/\/www.zobodat.at\/pdf\/Oesterreichs-Fischerei_28_0088-0093.pdf<\/a>)<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Neusiedler See war nachweislich in der Neuzeit 1736, 1811 und von 1865-1871 zum Teil oder vollkommen ausgetrocknet. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5214,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[293,41],"tags":[70,44],"class_list":["post-5213","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-293","category-soziales","tag-apetlon","tag-podersdorf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5213"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5213\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5216,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5213\/revisions\/5216"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5214"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}