{"id":5259,"date":"2026-10-11T08:14:17","date_gmt":"2026-10-11T06:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=5259"},"modified":"2026-10-11T08:14:17","modified_gmt":"2026-10-11T06:14:17","slug":"not-einer-bergarbeiterwitwe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/not-einer-bergarbeiterwitwe\/","title":{"rendered":"Not einer Bergarbeiterwitwe"},"content":{"rendered":"<p>In Bergbaubetrieben war es vielfach \u00fcblich, dass die Bergarbeiter eine berufsst\u00e4ndisch gegliederte Gemeinschaft bildeten, die Bruderlade. \u00c4hnlich dem heutigen Modell der Sozialversicherung zahlten die Mitglieder von ihrem Lohn in die Bruderlade ein, um erkrankten, durch Arbeitsunf\u00e4lle verletzten oder bleibend arbeitsunf\u00e4hig gewordenen Bergleuten und deren Angeh\u00f6rigen eine finanzielle Unterst\u00fctzung geben zu k\u00f6nnen. Auch die Bergarbeiter in Ritzing verf\u00fcgten \u00fcber diese soziale Gemeinschaft, doch nicht immer reichte das Geld f\u00fcr Bed\u00fcrftige aus. Die Landesvormundschaft Bezirk Oberpullendorf erstattete 1931 folgenden Bericht:<br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5260\" src=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-300x187.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-200x125.jpg 200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-400x249.jpg 400w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-600x374.jpg 600w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-768x479.jpg 768w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-800x498.jpg 800w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-1024x638.jpg 1024w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-1200x748.jpg 1200w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/20181019_091325-1536x957.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eAnna U., Bergarbeiterwitwe, derzeit in Ritzing, Hofstattgasse erscheint ha. und f\u00fchrt aus: Mein Gatte ist am 17. Oktober 1927<\/em><em> in Ritzing-Helenenschacht gestorben. Es bleiben ich als seine Gattin und zwei Kinder, Paul 8 Jahre und Josefa Unger, 12 Jahre zur\u00fcck. Fr\u00fcher war ich in einer Werkswohnung. Wegen Bauf\u00e4lligkeit dieser musste ich diese verlassen, ohne eine andere Wohnung erhalten zu haben. Dort war ich zinsfrei, heute muss ich mtl. 7.-S Zins zahlen, und zwar seit zwei Monaten, seit ich in der neuen Wohnung bin. Ich kann den Zins nicht zahlen, bin diesen zwei Monate auch schon im R\u00fcckstand. Ich habe blos von der Bruderlade eine Pension von mtl. 14 Peng\u00f6, kann weder mich noch meine Kinder davon versorgen. Mein Gatte war 18 Jahre im Ritzinger Bergwerk.<br \/>\n<\/em><em>Mein Gatte ist an einer Blutvergiftung gestorben, und zwar hat er durch die Grubenlampe sich die Hand verbrannt, worauf sein Tod auch zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Ich habe nicht gewusst, dass dies als Unfall anzusehen ist und habe keinerlei Schritte unternommen und hat mich auch niemand beraten.<br \/>\n<\/em><em>Ich habe wegen meiner schlechten wirtschaftlichen Lage beim B\u00fcrgermeister von Ritzing wegen einer Hilfe f\u00fcr uns vorgesprochen, wurde jedoch abgewiesen, weil die Gemeinde kein Geld habe. Mein Gatte war nach Ritzing zust\u00e4ndig, sonach bin auch ich es und meine Kinder.<br \/>\n<\/em><em>Ich bitte meine Angaben gelegentlich wegen seiner Richtigkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen und mir dann gegebenenfalls zu einer Unterst\u00fctzung, durch die Heimatgemeinde zu verhelfen. Weder meine Eltern, noch die Eltern meines verstorbenen Gatten leben noch. <\/em><em>Meine Br\u00fcder in Marz-Rohrbach sind auch blos Tagl\u00f6hner und k\u00f6nnen mir auch nicht helfen.\u201c<br \/>\n<\/em>(BLA, H-Akte 1931-1932. BH Oberpullendorf 3. Zl. 172\/31)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Bergbaubetrieben war es vielfach \u00fcblich, dass die Bergarbeiter eine berufsst\u00e4ndisch gegliederte Gemeinschaft bildeten, die Bruderlade. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5260,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[293,41,61],"tags":[143],"class_list":["post-5259","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-293","category-soziales","category-wirtschaft","tag-ritzing"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5259"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5259\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5262,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5259\/revisions\/5262"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}