{"id":880,"date":"2016-05-06T07:54:28","date_gmt":"2016-05-06T05:54:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brettl.at\/blog\/?p=880"},"modified":"2024-09-02T16:43:36","modified_gmt":"2024-09-02T14:43:36","slug":"massnahmen-gegen-die-choleraepidemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brettl.at\/blog\/massnahmen-gegen-die-choleraepidemie\/","title":{"rendered":"Ma\u00dfnahmen gegen die Choleraepidemie"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-background-position:left top;--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-padding-top:20px;--awb-padding-right:0px;--awb-padding-bottom:20px;--awb-padding-left:0px;--awb-border-sizes-top:0px;--awb-border-sizes-bottom:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last fusion-column-no-min-height\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-margin-bottom:0px;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p>Immer wieder wurde das Land von Seuchen heimgesucht. Statuen, S\u00e4ulen, Kapellen und Inschriften sind bis heute Zeugnisse der Epidemien. Das Wissen \u00fcber Erreger, Therapiem\u00f6glichkeiten und Impfstoffe war lange Zeit unbekannt. Die Bev\u00f6lkerung stand den Krankheiten oft hilflos gegen\u00fcber. 1831 w\u00fctete die Cholera abermals in Ungarn und drang immer weiter nach Westen vor. Im Juni erging abermals eine Weisung vom Wieselburger\u00a0 Obernot\u00e4r an alle Ortsvorsteher. Dabei wurde verf\u00fcgt, dass in jedem Ort ein Kontrollor bestellt werden musste, der t\u00e4glich alle Hauser zu visitieren hatte und einen Verdacht eines Erkrankungsfalles zu melden hatte. Best\u00e4tigte der Arzt die Erkrankung, so musste eine Wache vor das Haus gestellt werden. An den Ortsausg\u00e4ngen waren Doppelwachen aufzustellen. Es gab auch die Anweisungen, dass bei Ausbruch der Cholera die Kirchen gesperrt werden un die Messen bei geschlossenen Toren abgelesen werden mussten. Die einzelnen Abschnitte der Messfeier wurden durch das L\u00e4uten der Glocken angedeutet. [&#8230;] Am 7. Juli 1831 wurden die Anweisungen noch verst\u00e4rkt. Bei den Ortseing\u00e4ngen wurden alle Durchreisenden kontrolliert. Ein Verlassen des Komitats war nur mit einem Sanit\u00e4tspass m\u00f6glich. Wer keinen besa\u00df, ohne Erlaubnis des Ortsvorstehers weiterreiste bzw. im Ort \u00fcbernachtete drohte eine Strafe von einem Jahr Arrest. Allen Handwerksburschen und Bettlern wurde das Herumziehen verboten und wer einem Juden, egal ob dieser krank oder gesund war, ein Nachtquartier gew\u00e4hrte, dessen Haus wurde mit einer 20-t\u00e4gigen Quarant\u00e4ne belegt und der Quartiergeber mit einem Jahr Arrest bestraft. Am 15. Juli 1831 wurde die Grenze zu \u00d6sterreich geschlossen. Jeder Reisende und die immer gr\u00f6\u00dfere Zahl an Fl\u00fcchtlingen, die in Westungarn eintrafen, wurde mit einer 20-t\u00e4gigen Quarant\u00e4ne in eigens daf\u00fcr errichteten Baracken belegt. Am 14. August brach die Cholera in Parndorf besonders heftig aus und wurde vollkommen abgeriegelt. Aus Parndorf, wo es im August und September 1831 bereits 176 Choleratote gab, liegt ein Bericht vor, wie die Komitatsbeh\u00f6rden die Seuche einzud\u00e4mmen versuchten.<\/p>\n<div id=\"attachment_881\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC_9056-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-881\" class=\"size-medium wp-image-881\" src=\"http:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC_9056-Kopie-300x179.jpg\" alt=\"Cholerastatue Halbturn\" width=\"300\" height=\"179\" srcset=\"https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC_9056-Kopie-300x179.jpg 300w, https:\/\/www.brettl.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/DSC_9056-Kopie.jpg 803w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-881\" class=\"wp-caption-text\">Cholerastatue Halbturn<\/p><\/div>\n<p>So schreibt man: \u201eNachdem nun diese Krankheit am 8. August in Pahrndorf ausgebrochen ist, wurden die Wachen allhier sorgf\u00e4ltig vermehret, eine H\u00fctte auf dem obern sogenannten gespitzten Berg aufgestellt und dabei ein best\u00e4ndiges Feuer unterhalten, auch Essig mit Rauchwerk in Bereitschaft gestellt. Wenn nun Pahrndorfer um Medicamenten, Brod und andere Lebensmitteln zu dieser H\u00fctte anlangten, wurde durch sie das zum Einkaufen n\u00f6thige Silber und Kupferm\u00fcnzen in eine mit Essig gef\u00fcllte Sch\u00fc\u00dfl geworfen, welches in einer kleinen Weile mit einem Sch\u00f6pfl\u00f6ffl durch hiesige W\u00e4chter herausgenommen. Papiergeld aber, und alle Effecten ohne Unterschied wurden ihnen Pahrndorffern nachdem sie solche auf die Erde gelegt und mehrere Schritte zur\u00fcckgewichen sind, mittels einer Zange abgenommen, selbe ger\u00e4uchert und den hiesigen W\u00e4chtern \u00fcbergeben, welche dann in Markt hineingingen, das n\u00f6thige kauften, wieder heraustrugen und auf die Erde stellten, wo es dann durch die Pahrndorfer genommen und nach Hause getragen wurde.&#8221;<br \/>\n(Aus: Klaus Derks. Cholera 1831 im Bezirk Neusiedl am See. Manuskript S. 3-9)<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder wurde das Land von Seuchen heimgesucht. 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