Das Land Burgenland bewirbt die Genussregion Seewinkler Gemüse unter anderen mit den Worten: „Das ist Gemüse mit Sonne drin! Über 300 Tage mit Sonnenschein und das milde pannonische Klima im Seewinkel schaffen ideale Bedingungen für knackige Köstlichkeiten wie Paradeiser und Paprika. […] Die Böden, das Klima in der vom Steppensee geprägten Landschaft und die Sorgfalt der Bäuerinnen und Bauern in Andau, Pamhagen, St. Andrä am Zicksee, Tadten und Wallern machen aus gewöhnlichem Gemüse echte Köstlichkeiten […]“.
Während des Zweiten Weltkrieges begann man, den Gemüseanbau in dieser Region zu forcieren, um die Autarkie besser gewährleisten zu können. So hieß es in einem Zeitungsartikel mit der Überschrift „Seewinkel als Zukunftsland des Frühgemüseanbaues“:
„Außerordentliche Fortschritte wurden am Neusiedler See mit den rastlosen Versuchen zur Hebung des Anbaues von Frühgemüse gemacht. Die Anbaufläche, die bis heute bereits über 600 Hektar ausmacht, wurde auch heuer gegenüber dem Vorjahre erheblich gesteigert. Im ganzen Kreis Bruck a. d. Leitha sind nunmehr 900 Hektar der Gemüsekultur gewidmet. Die Ausnützung des äußerst günstigen Klimas ermöglicht den Anbau frühester Gemüsesorten, wie Pflückerbsen und Pflückbohnen, Frühkraut und Frühkohl. Aber auch Zwiebeln, Paradeiser und Paprika kommen hier sechs Wochen früher zur Reife als anderswo. Zusammen mit der wissenschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Eisgrub, die nicht nur in Südmähren, sondern auch im Seewinkel durch Heranzucht der entsprechenden Sorten den Gemüseanbau vorwärtstreibt, hat die Landesbauernschaft Donauland ein Aufbauwerk geleistet, dessen Zukunftsbedeutung nicht hoch genug zu veranschlagen ist. Neben Feldgemüse in Apetlon, Andau, Pamhagen und in anderen Orten östlich des Neusiedler Sees wird in Neusiedl auch die Gemüsegärtnerei betrieben. […]
Pressevertreter besuchten kürzlich das Versuchsfeld der Eisgruber Anstalt in Neusiedl am See, Frühgemüsekulturen in Apetlon, die dortige Gärtnerei, die im Herbst des Vorjahres von der neuen Gartenbaugenossenschaft Seewinkel zur Beschaffung von Gemüsepflanzen im Eigenbetriebe errichtet wurde, und schließlich bei Wallern die der Aufbereitung des Hanfes dienenden Anlagen. Besonderes Interesse erweckte auch die Vorführung einer Piktierpresse, die ebenfalls die Wachstumsperiode der Gemüsepflanzen abkürzen hilft, indem sie diese mit Erdballen versieht, so daß beim Auspflanzen das Pflanzenmaterial bereit bewurzelt ist. Unterwegs konnte in Illmitz auch die ihrer Fertigstellung entgegengehende Landarbeitersiedlung kurz besichtigt werden, deren Bau von Gauleiter Dr. Jury angeordnet wurde. […]“
(Grenzmarkzeit vom 19. Juni 1942, S. 7)
Hinterlasse einen Kommentar