Im Sommer 2015 erreichte der Strom von syrischen, afghanischen und irakischen Flüchtlingen, die wegen Bürgerkrieg und Terror aus ihren Heimatländern geflohen waren, Österreich. Nachdem die staatlichen Lager in Österreich überfüllt waren, wurden mit den einzelnen Bundesländern Quoten zur Unterbringung von Asylwerbern vereinbart. Unter anderen wurden im Juli 2015 auch in Neusiedl am See Flüchtlinge untergebracht. In einem Bürgermeisterbrief informierte Bürgermeister Kurt Lentsch die Bevölkerung darüber:
„Liebe Neusiedler/innen,
Da die Landwirtschaftliche Fachschule (LFS) leer steht und Eigentum des Landes Burgenland ist, war schon länger geplant, dort ab Herbst 2015 Asylsuchende unterzubringen. Bei der angedachten Quote von 1% der Stadtbevölkerung wären das in Neusiedl am See rund 80 Personen. Geplant war auch, dass ich Sie davor zu einem Bürgerinformationsabend einlade, bei dem ich Sie informieren und Ihre Anregungen aufnehmen kann. Leider musste es nun aber sehr schnell gehen: Ministerin Mag. Mikl-Leitner hat dem Land Burgenland aufgrund der dringenden Notwendigkeit eine Frist gesetzt, weshalb die ersten Flüchtlinge voraussichtlich dieses Wochenende in die LFS gebracht werden. Es wird sich dabei um ein „Notquartier“ für bis zu maximal 80 Personen handeln. Nach und nach wird das Gebäude als „festes Quartier“ für bis zu 60 Personen adaptiert.
Als Mensch, der das Glück hat, in Österreich geboren worden zu sein und auch als Bürgermeister unserer Stadt sehe ich es als unsere Verantwortung, diesen Menschen, die alles verloren haben und um Ihr Leben fürchten müssen, zu helfen. Gemeinsam mit dem Bgld. Samariterbund, der die Betreuung übernehmen wird, dem Roten Kreuz und den Mitarbeitern der Stadtgemein- de wird es möglich sein, die Asylsuchenden entsprechend zu betreuen und sie bestmöglich in unserer Gemeinde zu integrieren.
Meine Mitarbeiter im Rathaus werden Ihnen bei Fragen gerne weiterhelfen. Ich ersuche um Ihr Mitgefühl für die Flüchtlinge, die schweres Leid ertragen mussten und nun bei uns auf Hilfe hoffen. Bitte versuchen Sie, diesen Menschen vorurteilsfrei zu begegnen und Ihnen eine Chance zu geben.
Der Samariterbund Burgenland wird das Quartier betreuen. Sollten Sie durch Ihre Mitarbeit oder mit Sachspenden helfen wollen, kontaktieren Sie bitte Frau Veronika Handler. Es gibt auch die Möglichkeit, Asylsuchende gegen Kostenübernahme privat unterzubringen. Wenn Sie eine leerstehende Wohnung haben und diese für Flüchtlinge zu Verfügung stellen wollen, wenden Sie sich bitte an Wolfgang Hauptmann in der Bgld. Landesregierung. Liebe Neusiedler/innen, wir haben schon beim Balkankonflikt und bei der Ungarnkrise erfolgreich geholfen und werden auch diesen Flüchtlingsstrom meistern.
(https://www.meinbezirk.at/neusiedl-am-see/c-lokales/quartier-fuer-fluechtlinge_a1413416) vom)