Begräbnisse ohne rote Fahnen

In den 1920er Jahren war das politische Klima zwischen den beiden Großparteien sehr angespannt. Selbst in den kleinen burgenländischen Dörfern kam es zu politischen Reibereien und die Spannungen bzw. das gegenseitige Misstrauen wurden immer sichtbarer. Dies wurde auch in Parndorf zunehmend beobachtet.

Parndorf

Fahnenweihe der Sozialdemokratischen Partei Parndorf am 3.10.1926. (Quelle: Sammlung Gemeinde Parndorf)

So berichtet der Gendarmerieposten Parndorf im März 1927: „Die sozialdemokratische Lokalorganisation in Parndorf beabsichtigte in der letzten Zeit mit der im Jahre 1926 enthüllten roten Fahne an dem Leichenbegängnisse zweier verstorbener Parteiangehörigen teilzunehmen.
Da die Geistlichkeit im Falle der Ausrückung mit der roten Fahne die Einsegnung der Leichen verweigerte und ein Einvernehmen mit der Geistlichkeit, wobei auch telephonisch Sr. Em. Der Kardinalerzbischof Dr. Piffl angerufen wurde, nicht erzielt werden konnte, unterließ die Lokalorganisation jedesmal in letzter Stunde die Teilnahme mit der roten Fahne.
Da diese Angelegenheit noch nicht restlos geklärt ist, besteht die Gefahr, daß sich diese Vorkommnisse wiederholen werden und möglicherweise auch zu Unzukömmlichkeiten führen wird.“ (BLA. BH. Vorfallenheiten. März 1927)

2016-11-24T20:43:01+00:0014. September 2015|Religion, Zwischenkriegszeit - Politik|0 Kommentare

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