Unter dem Artikel „Großhöflein vor 100 Jahren“ erschienen in der Burgenländischen Heimat am 29. Mai 1931 die Aufzeichnungen für die Nachkommenschaft des damaligen Oberlehrers Josef Kaier. Darin beschreibt er 1831 die Katastrophen, wie Feuer, Wetterkapriolen etc., die die Gemeinde heimsuchten:
„[…] Doch das Allertraurigste war noch zu erwarten. Die Ostindische Brechruhr, hier Cholera genannt, welche ganz Rußland und Polen durchzogen hatte, rückte auch an Ungarns Grenzen. Bis Budapest und Raab war die Krankheit schon vorgedrungen. Die ganze Gegend war aber noch frei. Großhöflein war der erste Ort, wo die Seuche einbrach. Am 10. August starb die erste Person und dann ging es täglich so fort. Schrecken, Furcht und Angst war allgemein. Niemand konnte etwas verdienen. Es herrschte furchtbare Hungersnot. Die Krankheit wuchs ständig, so daß in der Zeit von sechs Wochen nicht weniger als 140 Tote und 600 Kranke waren. Alle 600 Kranken haben die letzte Ölung erhalten, von denen 6 Personen des schrecklichen Todes gestorben sind.
Pfarrer Johann Haidenwolf, Kaplan Josef v. Martony, wie auch der Gehilfe Josef Kaier waren Tag und Nacht auf dem Weg, den Kranken des hl. Sakrament zu reichen. Täglich starben 15 Personen. Bei dieser Zahl blieb es zwei Wochen lang, einmal waren es sogar 21 Personen. Endlich ließ die Zahl der Sterbenden nach und auf einmal war die Krankheit verschwunden. Alles dankte Gott für die Einhaltung seines Lebens.“
(in: Burgenländische Heimat am 29. Mai 1931, S. 3)
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