Das „Sesseldorf“

Häuser direkt an der Landstraße, zahlreiche Urlauber oder Ausflügler, die mit ihren Autos zum Neusiedler See fahren und das Vorhandensein von landwirtschaftlichen Produkten bzw. handwerkliches Geschick, diese Kriterien führten dazu, dass Weiden am See sich in den 1960er Jahren zu einer besonderen Attraktivität für die „durchfahrenden“ Gäste entwickelte. Vielerorts sah man einen Sessel, manchmal auch einen Tisch, vor dem Haus stehen, auf denen die Produkte aus dem Garten oder Weingarten oder selbstgemachte Strohprodukte zum Kauf angeboten wurden. Die Sessel wurden zum Synonym für die Gemeinde am Neusiedler See. Auch dem Autor des Reiseführers Polyglott stach diese Besonderheit ins Auge. Er sah jedoch in diesem Geschäftssinn eine alte Tradition gepaart mit „Bauernstolz“.
Weiden/SeeSo bemerkte er 1974 über Weiden am See: „[…] Eine traditionelle Sitte, die mancherorts noch verbreitet ist, ist das Auslegen von Obst und Gemüse vor den Häusern und Bauernhöfen. Besonders in Weiden am Neusiedler See kann man fast vor jedem Haus Gurken, Kürbisse, Tomaten, Weintrauben, Äpfel, Birnen usw. „ausgelegt” sehen. Dieses Zur-Schau-Stellen seiner Produkte zeigt den Stolz des Bauern oder Züchters auf die auf eigener Scholle gezogenen Früchte oder Gemüse. Alles „Ausgelegte” kann man auch käuflich erwerben. […]“
(Polyglott Reiseführer Burgenland. München 1974. S. 8)

2019-10-11T07:04:33+00:0011. Oktober 2019|Fremdenverkehr, Landwirtschaft|0 Kommentare

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