Die Reblauskatastrophe in Großhöflein (Teil 2)

Die Reblausinvasion breitete sich rasant aus und in Folge kam es im Weinbau zu dramatischen Verwüstungen. Diese hatten katastrophale Folgen für die burgenländischen Winzer. In manchen Dörfern, wie beispielsweise in Großhöflein, vernichtete die Reblaus innerhalb weniger Jahre fast die gesamt Rebfläche.

Vetter

Zum Dank errichtet die Gemeinde Gols für Paul Vetter 1932 ein Denkmal. (Sammlung Brettl, Halbturn)

Die Ödenburger Rundschau berichtete am 19. November 1899 darüber: „Die Weingärten sind durch die Reblaus weitgehend verwüstet. Sämtliche ältere Weingärten fielen ihr zum Opfer. Nur wenige neue Weingärten, die mit resistenten Reben ausgesetzt wurden, liefern Wein. Wenn man noch in den 80iger Jahren riesige Weinfechsungen verzeichnete, so gibt es jetzt einen katastrophalen Rückgang. Manche Weinbauern versuchen ihren Betrieb dadurch aufrecht zu halten, daß sie Most aus weniger betroffenen Gebieten (Ödenburg, Mörbisch, Kroisbach, etc.) ankaufen, um ihre Kunden weiter beliefern zu können. Die Versuche mit den amerikanischen Reben sind nicht besonders erfolgreich, weil sie zwar im Urzustand sehr gut gedeihen, im veredelten Zustand aber sehr chlorotisch (gelb) werden. Die Folge ist Skepsis unter den Bauern.“ (Aus: Gerald Schlag: Großhöflein 1153-2003. S. 261)
Zur Bekämpfung der Reblaus wurden in späterer Zeit reblausresistente Rebsorten aus Amerika nach Europa importiert und mit heimischen Rebsorten gekreuzt. Für die Erneuerung des burgenländischen Weinbaues waren besonders Paul K. Vetter und Franz Kober maßgebend. Mit ihrer Hilfe konnten die Reblausschäden um 1900 größtenteils überwunden werden.

2016-11-24T20:43:02+00:0013. August 2015|Landwirtschaft|0 Kommentare

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