Noch im März 1938 begann der Golser Kleinbauer Georg Wurm ehemalige Mitglieder der kommunistischen und sozialdemokratischen Partei zu werben, um eine illegale Organisation gegen den Nationalsozialismus aufzubauen. Den Kern der Gruppe bildete die Familie Wurm, da Georg auch seinen Vater und seinen Onkel zur Teilnahme an der Widerstandsgruppe gewinnen konnte. Die Golser Gruppe hatte Verbindungen zu Wiener Kreisen, zu leitenden Funktionären der KPÖ Burgenland und zu einer Gruppe von KP-nahen Eisenbahnern. Unter anderem sammelten die Mitglieder Geld für Angehörige der in Haft befindlichen Gesinnungsgenossen. Aufgrund von Denunziationen wurde die Widerstandsgruppe aufgedeckt. Im April und Mai 1943 kam es zu einer Verhaftungswelle, 17 Mitglieder und Sympathisanten wanderten ins Gefängnis. Noch im selben Monat mussten sich die Angeklagten vor Gericht verantworten. Die meisten Widerstandskämpfer erhielten wegen Hochverrats Haftstrafen zwischen zwei und acht Jahren. Die drei aktivsten Kämpfer gegen das NS-Regime, darunter auch Georg Wurm, wurden zum Tode verurteilt. Georg Wurms Mutter versuchte eine Begnadigung zu erreichen.

Wurm

Georg Wurm jun. bei der SA-Musikkapelle von Gols. (©Gemeindearchiv Gols)

So schrieb sie an den Volksgerichtshof in Berlin: „Es sei mir als Mutter gestattet den Volksgerichtshof ergebenst zu bitten, meinen wegen Vorbereitung zu Hochverrat zum Tode verurteilten Sohn (den ältesten) Georg begnadigen zu wollen.
Ich begründe mein Ansuchen folgend: Zusammen hatte ich 17 Geburten. Zehn Kinder habe ich großgezogen und verheiratet. Von meinen Nachkommen sind jetzt elf zur Wehrdienstleistung eingezogen. Und in meinem Alter bin ich jetzt soweit, daß ich ganz alleine dastehe und für unsere Landwirtschaft keine männliche Hilfe habe. Ich trage aber gerne diese Schwierigkeit der Kriegszeit, doch die Traurigkeit und das Jammer, das durch die Verurteilung meines Ältesten über mich gekommen ist, ist schier untragbar. Er war ja immer unsere Stütze, hilfsbereit gegen jedermann und hat an seinen alten Eltern und auch an seiner Familie von ganzen Herzen gehangen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er zu einem Verbrechen fähig war, über das die Todesstrafe verhängt wird. Bitte haben Sie ein Herz für das Ersuchen einer tiefgebeugten Mutter und erwirken Sie nach Möglichkeit eine Begnadigung!
Mit Dank und Heil Hitler Susanna Wurm – Gols, am 27. November 1943.“ (Aus: Herbert Steiner. Zum Tode verurteilt. 1964 W