Friedhofschändung als Racheakt?

In der Nacht des 31. Oktober 1992 beschmierten zwei Männer insgesamt 88 Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Eisenstadt mit Nazi-Parolen. Leider war dies kein einmaliger Vorfall im Burgenland. Bereits 1937 hatte sich ein ähnlicher vandalistischer Vorfall mit rechtsradikalem Hintergrund ereignet.
SchlainingSo schrieb der Gendarmeriepostenkommando Stadtschlaining, am 13. April 1937 an die Behörden in Oberwart:
„In der Nacht zum 13.4.1937 wurden im alten Friedhofe der isrl. Kultusgemeinde in Stadt-Schlaining 14 Grabsteine von bisher unbekannten Tätern aus Bosheit umgeworfen und die Friedhofmauer an zwei Stellen beschädigt. Durch die hiebei angewandte Gewalt wurden 3 Grabsteine gebrochen. Der dadurch verursachte Schaden konnte noch nicht festgestellt werden. Offenbar handelt es sich um einen Racheakt von Seiten national.soz. Personen, der mit der am 12.4.1937 durchgeführten Festnehmung des Fuhrwerksbesitzers Johann P. aus Altschlaining im Zusammenhang steht. Die Nachforschungen nach den Tätern sind bereits eingeleitet worden und wird das Ergebnis im Nachhange zur Anzeige gebracht werden. […]“
Eine Woche später wurde weiters festgehalten, dass die Schäden an der Friedhofsmauer auf Witterungseinflüsse zurückzuführen seien, ein Schaden von 150 Schilling entstanden sei und die Täter noch nicht ausfindig gemacht werden konnten.

 

2018-10-03T19:52:10+00:0003. Oktober 2018|Judentum, Nationalsozialismus|0 Kommentare

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