Sorge wegen “magyarophiler” Pfarrer

Die Stimmung in der Bevölkerung wurde nach der Angliederung von der Gendarmerie zumeist als „pro österreichisch“ beschrieben. Dennoch gab es großes Misstrauen. Insbesondere die Geistlichkeit wurde vielfach als nicht loyal angesehen. Berichte wie dieser waren keine Seltenheit:

Matrikelbücher wurden bis 1922 in ungarischer Sprache geführt.

Matrikelbücher wurden bis 1922 in ungarischer Sprache geführt.

„An das Gendarmerieabteilungskommando Nr. 2 in Sauerbrunn
Pilgersdorf, am 28.5. 1923:
Am 23.5.1923 nachm. machte eine durchaus vertrauenswürdige Person dem Patrl. Karl Liebscher die Mitteilung, daß sich der Pfarrer von Unterrabnitz, – Name hier unbekannt, – zu verschiedenen Personen in Schwendtgraben und Unterrabnitz äußerte: „Am 29. Juni (Kirchweihfest in Unterrabnitz) werden wir schon wieder ungarisch tanzen!“
Jene Leute, welcher der oberwähnten Vertrauensperson diese Mitteilung machten, will diese nicht nennen, da sie sich von der event. Rache des sogenannten Pfarrers fürchten.
Die angebliche Äusserung des Pfarrers bezieht sich scheinbar auf jene, durch die erwachenden Ungarn ausgestreuten Gerüchte, womit die burgenländische Bevölkerung in steter Unruhe erhalten werden soll und dürfte auch mit der, an allen Dienststellen ergangenen Verlautbarung des Bez. Gend. Komdos. Oberpullendorf Res. Nr. 13 vom 24.5.1923 in irgend einem Zusammenhange stehen, da dieser Pfarrer allgemein als magyarophil bezeichnet wird. […]“
(Burgenländisches Landesarchiv. Vorfallenheiten, BH Oberpullendorf 1923)

2016-11-24T20:42:57+00:0022. Juli 2016|Religion, Zwischenkriegszeit - Politik|0 Kommentare

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