Unmut gegenüber jüdischen Weinhändlern

Aufschwung. Der Großraum Wien konnte zunehmend als Absatzmarkt erobert werden und es erfolgte eine starke Ausweitung der Rebfläche im ganzen Bundesland. Die Wirtschaftskrise am Beginn der 1930er Jahre führte jedoch zu einem Rückgang des Weinkonsums und zu Absatzschwierigkeiten. 1931 gab es zudem noch eine geringe Weinernte und der Unmut gegenüber den jüdischen Weinhändlern, die man für die Preisbildung verantwortlich machte, stieg.
WeinhandelSo berichtet der Gendarmerieposten Mörbisch im Dezember 1931: „Die Weinernte ist heuer infolge der starken Traubenfäulnis und der verursachten Hagelschäden bedeutend schlechter als im Vorjahre. In der Gemeinde Mörbisch zahlen Händler durchschnittlich für 1 Liter Most 35-40 g, in der Gemeinde Oggau 45-60 g. Infolge dieser niedrigen Preise macht sich eine starke Erregung unter den Weinbauern bemerkbar, die sich insbesondere gegen die jüdischen Weinhändler richtet, welche für die Preisbildung maßgebend sind.“
Landesarchiv Burgenland. Polizei 1931. Dezember 1931)

2019-02-17T07:51:08+00:0017. Februar 2019|Judentum, Landwirtschaft|0 Kommentare

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