Bauern sperren Grenzübergänge

1986 kam es im Burgenland, vor allem im Neusiedler Bezirk, zu einigen spektakulären Aktionen unzufriedener Bauern unter der Führung der „Notwehrgemeinschaft“. Als Protest gegen das neue Weingesetz und gegen Agrarimporte sperrten aufgebrachte Bauern die Bundesstraße knapp vor dem Grenzübergang in Nickelsdorf. Politiker, die zu den Blockaden anreisten, etwa der Landwirtschaftsminister Günter Haiden, wurden höchst unfreundlich behandelt. Nahezu eine ganze Woche blockierten Traktoren die Straße. Ähnliche Aktionen gab es auch in Klingenbach, in Deutschkreutz und Rattersdorf.
DemoDer Gendarmerieposten Nickelsdorf meldete an die Bezirksstelle in Neusiedl am See am 6.5.1986 um 18.45 Uhr:
„Wie von einem Informanten in Erfahrung gebracht werden konnte, ist für 20.00 Uhr des 6.5.1986 am Demonstrationsplatz des Gasthauses Dörner in Nickelsdorf eine Zusammenkunft der Bauern geplant, wo weitere Maßnahmen besprochen werden sollten. In mehreren Dörfern des Seewinkels sollen die Bauern per Lautsprecher aufgefordert worden sein, an dieser Zusammenkunft teilzunehmen, so dass mit einer grossen Anzahl von Teilnehmern zu rechnen sein wird.
Gegenwärtig stehen auf der B10 auf der rechten Fahrbahnseite 227 Zugmaschinen, die wahrscheinlich über Nacht dort stehen bleiben werden. Am Parkplatz Dörner halten sich etwa 25-30 Leute auf. Im Gasthaus selbst ist nur mäßiger Betrieb feststellbar.
Laut einer um 18.45 Uhr zugegangenen Information soll der Grenzübergang Nickelsdorf ab 20.00 Uhr blockiert werden.“
(Sammlung Brettl, Halbturn)

2019-05-23T07:28:36+00:0023. Mai 2019|Landwirtschaft, nach 1955 - Politik|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar