Beschwerde gegen NS-Versammlung

Die Nationalsozialistische Partei, zunächst auch „Hitlerpartei“ genannt, verfügte bis 1930 nur vereinzelt über Stützpunkte im Burgenland. Bei ihrem ersten Wahlauftritt anlässlich der Landtagswahl im November 1930 erreichte sie nur 0,7 % der Stimmen. In den folgenden Monaten verstärkte die Partei ihre Aktivitäten und hielt im gesamten Land Veranstaltungen ab. Dabei wurde sie von Rednern und SA-Truppen aus Wien unterstützt. Bei den Versammlungen bediente man sich auch des Antisemitismus, indem man „die Juden“ für die Weltwirtschaftskrise und für alle sonstigen Probleme verantwortlich machte.
NSDAPAuch in Frauenkirchen verstärkte die NSDAP ihre Propagandatätigkeit und dabei wurde die Bevölkerung mit antisemitischen Äußerungen konfrontiert. Die selbstbewusste jüdische Gemeinde in Frauenkirchen war über die „Hetztiraden“, die am 15. März 1931 geäußert wurden, empört und forderte Konsequenzen.
Am 24. März 1931 berichtet der Gendarmerieposten Frauenkirchen darüber: „Am Sonntag den 15. d. Mts. fand im Gasthause Györik in Frauenkirchen eine Versammlung der Hitlerpartei statt, in welcher der Gauredner Krojer aus Wien die Juden auf das Heftigste angriff. Hierüber sind die hiesigen Juden sehr aufgebracht und erwarten, dass die BH Neusiedl am See für die Zukunft derartige Versammlungen verbietet. Eine gleiche Versammlung fand am selben Tage auch in Podersdorf am See statt. (LA Burgenland. Lage und Tätigkeitsberichte. Frauenkirchen. März 1931)

2019-10-19T08:38:35+00:0019. Oktober 2019|Judentum, Nationalsozialismus|0 Kommentare

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