In der Zwischenkriegszeit lebten zwischen 30 und 40 Roma in Podersdorf. Sie wurden der Gruppe der Lowara zugeordnet und trugen die Namen Stojka, Horvath, Rigo und Lakatos. Während der kalten Jahreszeit hatten die Familien ihr Lager in der „Zigeunergrube“, gegenüber der Windmühle. Vom Frühjahr bis Herbst befand sich der Großteil der Gruppe auf Wanderschaft.

podersdorf

Roma in Podersdorf vor 1939
(Quelle: ©Sammlung Altenburger, Podersdorf)

Zur selben Zeit entwickelte sich Podersdorf zu einem beliebten Fremdenverkehrsort am Neusiedler See. So mancher im Ort hatte Angst davor, dass der aufstrebende Fremdenverkehr unter den Roma leiden könnte. Deshalb meinte die Gendarmerie im März 1928: „Da sich die Zigeuner sehr schnell vermehren, werden in Podersdorf in einigen Jahren eine Menge Zigeuner vorhanden sein. […] Für den aufstrebenden Badeort wird dies sicher nicht vom Vorteil sein. Es ist ein unschönes Straßenbild, wenn die zerlumpten Zigeuner an den Sommerfrischlern vorbeiziehen, diese auf der Straße und in den Quartieren ansprechen, wenn schon nicht immer anbetteln.“
(Quelle: Brettl: Quellen zur Geschichte der „Zigeunerpolitik“. Oberwart 2007. S. 20)