Flüchtende über Grenze verfolgt

Im Sommer 1948 wurde an der burgenländisch-ungarischen Grenze mit dem Aufbau des Eisernen Vorhanges begonnen. Stacheldrahthindernisse, Minenfelder und Bewachung schnitten das Burgenland völlig von Ungarn ab und unterbanden die in Jahrhunderten gewachsenen Beziehungen. Der ungarischen Bevölkerung wurde zudem der freie Zugang zum Westen verwehrt. Grenzzwischenfälle endeten vielfach fatal.
GrenzeDer Gendarmerieposten Eisenberg dokumentierte die Zeit folgendermaßen:
„15. September 1956: Ungarische Grenzsoldaten schössen einen beim Grenzstein C33/1 in der Nähe der Trummermühle bei Deutsch Schützen von Ungarn nach Österreich flüchtenden Mann mit Salven und Einzelschüssen ungefähr 150 m auf österreichisches Gebiet nach, verletzten ihn vermutlich schwer oder tödlich und schleiften ihn nach Ungarn zurück.“
„30. September 1956: Nächst der Trummermühle flüchteten ein Mann und eine Frau von Ungarn nach Österreich. Ungarische Grenzorgane feuerten aus ihren Karabinern sechs Schüsse nach und zwangen sie zum Stehenbleiben. Zwei Soldaten begaben sich ca. 60 m nach Österreich und führten die Flüchtlinge, die ihre Hände erhoben hatten, wieder nach Ungarn zurück.“
(Wolfgang Bachkönig, Heimat, warum musste ich dich verlassen?“ Munderfing 2016, S. 28)

2019-06-04T07:08:08+00:0004. Juni 2019|nach 1955 - Politik|0 Kommentare

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