Probleme nach der Grenzziehung

Mit der Angliederung des Burgenlandes an Österreich wurde eine neue Grenze zwischen Ungarn und Österreich gezogen. Diese zerschnitt einen gemeinsamen Lebensraum, der zuvor über Jahrhunderte zusammengehört hatte. Politische Einheiten und wirtschaftliche Interessensräume gingen verloren.

Grenzziehung

Der geplante, jedoch später wieder abgeänderte, Grenzverlauf im Bereich des Hanságs 1922. (Sammlung: Steiner Pamhagen)

So schreibt der Bürgermeister Paul Sattler an die Bezirkshauptmannschaft Neusiedl am See vom 18.1.1923 über die wirtschaftlich ungünstige Situation in Tadten nach der Grenzziehung:
„Die Gemeinde Tadten bezog ihren Holzbedarf vom Erlenwald der Großgemeinde Kapuvar. Menge: 20 – 30 Waggon. Zudem bezog die Gemeinde von der Gemeinde Osli und Mosonszentjanos Heu von 2 – 300 Waggon vom Hansag, da der Handel mit Heu der Haupterwerb der Gemeinde ist. Ebenso hat die Gemeinde die Mühle in Mosonszentjanos in Anspruch genommen und ist jetzt auf die Mühle in Frauenkirchen angewiesen. Die Inwohner der armen Klasse waren in den Waldungen von Kapuvar mit Holzfällen im Winter zu Naturallohn und haben sich so ihren Holzbedarf gedeckt. Die Zahl dieser Arbeiter waren 50 bis 60 Personen.“ (Aus: Chronik Tadten. 2006. S. 85.

2016-11-24T20:43:01+00:0029. August 2015|Landwirtschaft, Soziales|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar