Westen für BDM-Mädels sind teuer

Gleich mit der Gründung der Nationalsozialistischen Partei erfolgte der Aufbau der NS-Jugendorganisationen „Hitlerjugend“ und Bund Deutscher Mädel (BDM)  für die 14- bis 18-jährigen Mädchen. Im Bund Deutscher Mädel legte man besonderen Wert auf die Vermittlung des „Gemeinschaftswohles“, dem die Mädel später dienen sollen. Während am Beginn der Ausbildung der Sport eine wichtige Rolle einnahm, wurden die jungen Mädchen danach auf die zukünftigen Aufgaben als Hausfrau und Mutter vorbereitet. Daneben wurde mit Musik, Tanz, Gymnastik und Film Abwechslung in den BDM gebracht. Die BDM-Uniformen waren jedoch  nicht für alle Mädchen erschwinglich.

BDM

Die BDM- Kletterweste (Quelle: Sammlung Brettl)

Die BDM-Führerin vom Kreis Bruck an der Leitha schrieb an den Bürgermeister von Frauenkirchen am 15. September 1939: „Ich trete mit dem Ansuchen an Sie, Herr Bürgermeister, unseren BDM-Mädln in Frauenkirchen bei der Anschaffung ihrer Dienstkleider behilflich zu sein. Die Dienstkleidung besteht im Großen aus Rock, Bluse und Kletterweste. Die Kletterweste ist etwas teuer und es ist nicht jedes Mädl in der Lage, gleich 12-14 RM zu zahlen. Wenn nun Sie aus den Mitteln der Gemeinde das Geld für 25 Kletterwesten der Führerin Mitzi M. aushändigen möchten, sie übernimmt bei den Mädln die Ratenzahlung und Sie bekommen dann in einiger Zeit das Geld wieder zurück. Ich hoffe auch, dass die Gemeinde in der Lage ist und den ärmsten Mädln die Kletterweste schenkt. Die Mädl werden sicher in ihrem Dienst die Dankbarkeit zeigen. Ich rechne sicher, dass Sie Herr Bürgermeister dem Wunsche Nachkommen werden und danke im Voraus für Ihr Entgegenkommen.
Heil Hitler!  Die Führerin des Untergaues Bruck/L“  (Gemeindearchiv Frauenkirchen. Korr. 1939. 430/1939)

2016-11-24T20:43:00+00:0030. Dezember 2015|Nationalsozialismus|0 Kommentare

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