Wie groß soll die Marmeladeportion sein?

Ein Journalist aus Frankfurt am Main war als Gast der Kammer der gewerblichen Wirtschaft und der Landesregierung im Burgenland, um in Zukunft für das Fremdenverkehrsland Burgenland zu werben. Nach seinem Aufenthalt in Pinkafeld beschwerten er und sein Begleiter, ein burgenländischer Redakteur, sich darüber, dass die Hotelbesitzerin zusätzlich zum Frühstück für eine kleine Portion Marmelade einen zu hohen Preis verlangt hatte. Das Gendarmeriekommando Oberwart musste diesem Fall nachgehen und berichtet an die Bezirkshauptmannschaft am 7. September 1954:
Frühstück„In Entsprechung umseitigen Auftrages wird nach durchgeführter Erhebung durch den am hiesigen Posten eingeteilten Preiserhebungsbeamten berichtet, daß der ortsübliche Preis für Frühstücksmarmelade in der Gemeinde Pinkafeld nicht erhoben werden konnte, da es nie vorkommt, daß in der erwähnten Gemeinde Gäste zum Frühstück Marmelade verlangen. Nach den Erhebungen zu schießen dürft es sich im gegenständlichen Falle nicht um eine Frühstücksmarmelade gehandelt haben, sondern um eine größere Portion. […] Die Bedienung wurde von Frau Theresia X. vorgenommen. Diese gab an, daß die servierte Marmeladeportion sehr groß und auch sehr preiswert war. Weiters, daß sie bei dem Erwähnten weniger rechnete, sozusagen einen Ausnahmepreis macht, weil er in Begleitung des erwähnten bekannten Zeitungsredakteurs war.“
(Landesarchiv Burgenland, Regierungsarchiv. Abt. XII/6-243-54)

2019-03-01T07:52:52+00:0001. März 2019|Fremdenverkehr|0 Kommentare

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