Mit der Errichtung des Donauparks sollte das Areal im 22. Wiener Gemeindebezirk, das zuvor eine Problemzone darstellte, aufgebessert werden. Ab 1961 wurde die ehemalige Mülldeponie in eine rund 630.000 m² große Parkanlage umgestaltet. 1964 wurde der Donaupark anlässlich der Wiener Internationalen Gartenschau (WIG) eröffnet. Die Gartenarbeiterinnen und Gartenarbeiter kamen vielfach aus dem Nordburgenland, wobei die Gemeinde Andau die meisten Arbeitskräfte stellte. Auch nach der Eröffnung der Gartenanlage begaben sich hunderte Frauen und Männer, genannt die „WIGler“, frühmorgens nach Wien, um die Gartenanlagen zu pflegen.
Die BF berichtete folgendermaßen darüber: „Seit Montag läuten die Wecker in den Wohnungen der Grenzgemeinde Andau wieder früher. Wenn sich in den meisten Dörfern noch tiefe Nacht über die Dächer breitet, verlassen in Andau mehr als 200 Frauen und Männer die warme Stube, um zu den Autobussen zu eilen, die sie in den frühen Morgenstunden auf ihre Wiener Arbeitsstelle bringen.
Dies ist im Burgenland natürlich keine Seltenheit, denn in vielen Gemeinden fahren die Bauarbeiter in die Stadt, um am Abend oder am Wochenende wieder nach Hause zu kommen. Doch in Andau ist es anders. Von Andau fahren die Arbeiter nicht auf die Wiener Baustellen, sondern in die Gärten und Anlagen des Gartenbauamtes. Seit 1964, als die WIG tausende Blumen hervorzauberte, sind die Andauer dabei, den Wiener Blumenschmuck anzubauen und zu pflegen. Durch ihre Arbeit helfen sie mit, die Stadt Wien schön und liebenswert zu gestalten. Und die Frauen und Männer aus Andau machen diese Arbeit gern, ist sie doch mit der Erde und den Pflanzen verbunden, die im großen Gemüsegarten des Neusiedler Bezirkes von jeher eine große Rolle spielen.
Am Montag begann die heurige Saison. Obwohl es in den frühen Morgenstunden noch sehr kalt und das zeitige Aufstehen noch ungewohnt war, kamen die Arbeiter gern. Einige kamen schon eine halbe Stunde vorher, um die erste Abfahrt sicher nicht zu versäumen. Denn mit dieser täglichen Fahrt nach Wien ist ihre Arbeit und ihr Verdienst verbunden.
Gleich nach den ersten Frauen und Männern, die den Platz um die Autobusse herum bevölkerten, traf auch der Bürgermeister, Landtagsabgeordneter Peck, ein und bemühte sich mit den Beamten des Arbeitsamtes um eine reibungslose Abfahrt Nach einigen Tagen geht es dann allein, weil sich die einzelnen Arbeitspartien zusammengefunden haben.
Bevor die anderen Andauer aufgestanden sind, hat sich der große Platz vor dem Gasthaus geleert. Autobus um Autobus fuhr ab, und zurück blieb ein leeres Gastzimmer mit ein paar Landwirten, die ebenfalls zur Verabschiedung der täglichen Auswanderer gekommen waren.“ (BF 13.3.1969, S. 11)
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