Der Boden kann die Menschen nicht ernähren
Die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen im Raum Güssing, der überwiegend landwirtschaftlich geprägt war, förderten die unterschiedlichen ökonomisch bedingten Wanderbewegungen
Die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen im Raum Güssing, der überwiegend landwirtschaftlich geprägt war, förderten die unterschiedlichen ökonomisch bedingten Wanderbewegungen
Große Gänseherden auf den Dorfstraßen gehörten lange Zeit zum typischen Bild des Burgenlandes. Doch in diesem Zusammenhang gab es auch Konflikte, wie ein Bericht der Gemeindeverwaltung Halbturn zeigt.
Neben Kost und Quartier erhielt der landwirtschaftliche Knecht für seine Tätigkeit vorwiegend Naturalien. Der Lohn sicherte ihm nur ein bescheidenes Auskommen. Finanzielle Unabhängigkeit oder sozialer Aufstieg blieben ihm zumeist verwehrt.
Der Weinbau braucht unter anderem Innovationen und Risikobereitschaft, um im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Zudem erfordert es, dass Pioniere sich Herausforderungen stellen.
Durch Heiratsverträge wurden wirtschaftliche Belange geregelt und vor allem im Falle eines eventuellen Todes eines Ehepartners die Aufteilung des Vermögens festgelegt.
Jahrhundertelang war das Doppeljoch bei Kuh- und Ochsengespannen in der burgenländischen Landwirtschaft von großer Bedeutung. Plötzlich wurde das Land mit neuen „Tendenzen“ konfrontiert.
Aufzeichnungen des Pfarrers Jukovits: „1873: Traf ein großes Mißgeschick diese Gegend, besonders aber Apetlon. Schon vorhergehenden Herbst war das Überhandnehmen der Feldmäuse bemerkbar, denn sie machten in dem Kukuruz sehr viel Schaden.
Mit der Angliederung des Burgenlandes an Österreich wurde eine neue Grenze zwischen Ungarn und Österreich gezogen. Diese zerschnitt einen gemeinsamen Lebensraum, der zuvor über Jahrhunderte zusammengehört hatte.
Die Reblausinvasion breitete sich rasant aus und in Folge kam es im Weinbau zu dramatischen Verwüstungen. Diese hatten katastrophale Folgen für die burgenländischen Winzer.
In den 1860er Jahren wurde aus Nordamerika der Schädling Viteus vitifoliae, besser unter dem Namen Reblaus bekannt, nach Europa eingeschleppt. 1872 trat die Reblaus erstmals im Gebiet des heutigen Burgenlandes auf.