Das Kartenspiel dürfte sich im Burgenland schon längere Zeit großer Beliebtheit erfreut haben. Eine mahnende Stimme von einem Bewohner aus St. Michael wird in einem Zeitungsartikel in der „Vas Megyei apok“ (Komitatszeitung Steinamanger) abgedruckt.

Kartenspieler

Männer beim Kartenspiel in Halbturn um 1930. (Sammlung Lichtenecker, Halbturn)

„Sehr geehrte Redaktion!
Das Kartenspiel ist nicht nur in der Stadt, sondern auch im Dorf bereits weit verbrietet, daß auch die Schulkinder damit aufwachsen. Die Frage ist nun: Wohin wird das führen?
Die Eltern sollen vor den Kindern nicht spielen oder sie gar das Kartenspiel lehren. Man sollte den Kindern keinerlei Spielkarten geben, damit diese sich nicht an dieses Spiel gewöhnen und lieber Karten spielen als etwas Sinnvolles zu lernen. Durch das Kartenspiel kann alles verloren gehen.
Die Eltern sollten den Kindern vielmehr ein gutes Beispiel geben und sie ie notwendigen Dinge lehren. Die Kinder sollen ordentliche Staatsbürger werden. Sie sollen rein in ihrem Herzen sein, nach außen hin zurückhaltend, Großes wirken und tätig sein in ihrem Umkreis. Deshalb sollen sie nicht irregeführt werden, weil dies wahrhaft eine Sünde wäre. […]“
Szent Mihály, Jan. 1870