Als Folgen der Wirtschaftskrise verdoppelte sich beinahe zwischen 1929 bis 1933 die Arbeitslosigkeit im Burgenland. Die Krise bewirkte auch eine Radikalisierung in der Politik. Insbesondere in den Industriegebieten im Raum Eisenstadt war diese verstärkt spürbar und die Sicherheitsorgane waren sichtlich nervös, wie aus einem Bericht der Polizei an die Bezirkshauptmannschaft Eisenstadt am 30. Juni 1931 bezüglich der politischen Situation im Bezirk ersichtlich wird:
„Sicherheitsverhältnisse nach wie vor sehr günstig. Politische Strömungen machen sich nicht bemerkbar. Das allgemeine Aufmarschverbot wirkt sich sehr günstig aus. Aufmerksamkeit erfordert die Lage in Neufeld/L., wo die kommunistische Agitation, betrieben vor allem durch die Inländer Sturm, Franschitz, Deimel, dadurch günstigen Boden findet, dass der bergwerksbetrieb eingestellt ist, die Löhne der Jutefabrik um zirka 6% vermindert worden sind, nur 32 Stunden in der Woche gearbeitet wird und der Wochenlohn daher ein sehr geringer ist. Auch manche von den Kommunisten getadelten Vorgänge betreffend Arbeitslosenunterstützung werden für Agitationszwecke herangezogen. Es versuchten – wie bereits mündlich berichtet – Arbeitslose aus Hornstein, Wimpassing, Neufeld a/L., Stinkenbrunn und Zillingtahl einen geschlossenen Marsch nach Eisenstadt zwecks Demonstration beim Arbeitsamte und beim Amt der Landesregierung am 23. Juli 1931.
Die Posten erhielten den Auftrag geschlossene Züge auf der Straße nicht zu dulden, welche Maßregel auch durchgeführt werden konnte. Besondere Vorfälle haben sich dabei in Landbezirke Eisenstadt nicht ereignet.“
(BLA. Polizei. Korrespondenz 193. Zl. 2/5-1931)
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