Keiner will Bürgermeister werden
Nicht überall und zu jeder Zeit wurde das Bürgermeisteramt geschätzt. Besonders in schwierigen und turbulenten Zeiten, wie beispielsweise 1945, fanden sich nicht immer Bewerber für das „höchste Amt im Dorfe“.
Nicht überall und zu jeder Zeit wurde das Bürgermeisteramt geschätzt. Besonders in schwierigen und turbulenten Zeiten, wie beispielsweise 1945, fanden sich nicht immer Bewerber für das „höchste Amt im Dorfe“.
Um das Ansehen der Roten Armee und der Sowjetunion nach den Wirren des Einmarsches im Frühjahr 1945 zu verbessern, waren die sowjetischen Militärbehörden bemüht, ein gutes Verhältnis zu den burgenländischen Behörden und der Bevölkerung herzustellen.
Ein großes Gefahrenpotential stellten nach Kriegsende 1945 die verbliebenen Kriegsrelikte und Sprengkörper dar. In Frauenkirchen blieb bei Kriegsende ein ganzer Munitionszug stecken.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kann das Burgenland Hunger und Wirtschaftsnot nicht ohne fremde Hilfe überwinden. Die Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen (UNRRA) liefert Nahrungsmittel, Saatgut, Düngemittel, landwirtschaftliche Maschinen und vieles mehr.
Nach dem Ende der NS-Herrschaft und dem Einmarsch der Roten Armee musste das Verwaltungssystem neu aufgebaut werden. Dies gestaltete sich schwieriger als angenommen, da die grundlegenden Strukturen vielfach zerstört oder nicht mehr vorhanden waren.
1938 wurde die jüdische Bevölkerung von den Nationalsozialisten aus ihrer Heimat Gattendorf vertrieben. Nach 1945 waren die österreichischen Behörden nur in Ansätzen um Restitution ehemals jüdischen Vermögens bemüht.
Mit dem Einmarsch der Roten Armee im April 1945 wurde der Schulbetrieb im Burgenland vollkommen eingestellt. Eine Wiedereröffnung des Schulbetriebes im September war nicht überall möglich.
Durch die Beschlüsse Potsdamer Konferenz 1945 konnten die die deutschen Bewohner aus Ungarn ausgesiedelt werden. Tausende deutschsprachige Bewohner des Komitates Wieselburg/Mosonmagyaróvár flohen bereits 1945/46 nach Österreich und Deutschland. Die verbliebenen rund 10.000 Einwohner wurden in 11 Transportzügen im April und Mai 1946 nach Deutschland ausgeliefert.
Im Mai 1953 erhielt der Kleinbauer Johann Thell aus Apetlon von der österreichisch-sowjetischen Gesellschaft die Möglichkeit an einer Studienreise in die Sowjetunion teilzunehmen. Dabei hatte er die Gelegenheit den Kolchos „1. Mai“ in der Nähe von Kiew zu besichtigen. In einem kleinen Büchlein fasst er seine Eindrücke der Reise zusammen.
Auch Jahre nach dem Krieg herrschte an bestimmten Waren noch großer Mangel, sodass die Zwangswirtschaft, mittels Lebensmittelkarten und Bezugsscheinen, die Versorgung der Bevölkerung mit Grundbedürfnissen gewährleisten musste. So gab es im Sommer 1947 noch immer kaum Sohlenleder zur Reparatur von Schuhen.