Das Ende eines kroatischen Dorfes
Die Volkszählung von 1923 weist Gattendorf als eine gemischtsprachige Gemeinde aus. Man zählte 468 deutsche, 182 ungarische und 461 kroatische Bewohner.
Die Volkszählung von 1923 weist Gattendorf als eine gemischtsprachige Gemeinde aus. Man zählte 468 deutsche, 182 ungarische und 461 kroatische Bewohner.
Noch im Mai/Juni 1945 wurden die NSDAP und all ihre Gliederungen verboten, jede Wiederbetätigung wurde unter schwere Strafe gestellt und das Kriegsverbrechergesetz zur Ahndung von Verbrechen während der NS-Zeit beschlossen.
In der Diktion der nationalsozialistischen Ideologie wurde der Slawe, insbesondere der Russe, als „Untermensch“ bezeichnet. Aus diesem Grund versuchte man im Deutschen Reich die kulturellen Leistungen Russlands aus dem Gedächtnis der Bürger zu streichen.
Der jüdische Bewohner Alfred Weiss trat 1923 der Freiwilligen Feuerwehr Rust bei. Er brachte es bis zum Stellvertreter des Stadtkommandanten und wurde 1934 mit der 10-jährigen Verdienstmedaille ausgezeichnet.
Am 21. September 1941 wurden die noch in Halbturn verbliebenen Roma ins Lager Lackenbach eingewiesen. Für die Familie Ujvari war die Einweisung unverständlich, da sie zuvor einem „redlichen“ Erwerb nachgegangen war.
Der Ortsgruppenleiter war der Führer der örtlichen NSDAP, der in alle politischen Entscheidungen der Gemeinde eingebunden war und der den Parteieinfluss geltend machte.
Am 11. März 1938 rissen die Nationalsozialisten im Burgenland die Macht an sich. Die „Volksabstimmung“ über den Anschluss an Deutschland sollte unter allen Umständen zu einem „völligen Erfolg“ führen.
Um den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich nachträglich zu rechtfertigen und um dem Ausland und der Bevölkerung zu zeigen, dass das „ganze Volk“ hinter dem NS-Regime stand, wurde für den 10. April 1938 eine „Volksabstimmung über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“ vorbereitet.
Nach dem „Juliabkommen“ zwischen Österreich und Deutschland wurden hunderte arbeitslose burgenländische Bau- und Landarbeiter von den Arbeitsämtern als „Gastarbeiter“ nach Deutschland vermittelt.
Moses Krausz, der Lehrer der jüdischen Schule in Frauenkirchen, wurde wie auch alle anderen Mitglieder der jüdischen Gemeinde Frauenkirchen verhaftet und zu Verhören zur Gestapo gebracht. Still erduldete er die Misshandlungen. Entrechtet und enteignet verbrachte er verzweifelte und schlaflose Nächte.