Politischer Konsens erwünscht

War die Zwischenkriegszeit in Österreich von politischen, teilweise gewalttätigen, Streitigkeiten geprägt, so sehnte sich die Bevölkerung in der Nachkriegszeit zumeist nach politischem Konsens. So berichtete der Gendarmerieposten von Kukmirn dem Bundesministerium für Inneres in seinem Monatsbericht im Mai 1963 Folgendes über die allgemeine politische Lage und die Stimmung in der Bevölkerung:
„[…] Innenpolitisch besteht bei der Bevölkerung nach wie vor das Verlangen auf enge Zusammenarbeit der große politischen Parteien (ÖVP u. SPÖ) auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete. In diesem Zusammenhange wurden in letzter Zeit des öfteren die bestehenden Meinungsverschiedenheiten der beiden großen Parteien heftig kritisiert. Der Wahl des Bundespräsidenten hat die Bevölkerung gleichfalls große Bedeutung beigemessen. Für die ständigen Lohn- und Preisbewegungen hat die Bevölkerung kein Verständnis und werden in diesem Zusammenhange die verantwortlichen Männer der Wirtschaft und Politik häufig kritisiert. […]“
(Burgenländisches Landesarchiv. BH Güssing. 23. Situations- u. Lageberichte 1960-1977, Monatsbericht Mai 1963)

2019-09-25T09:39:24+00:0025. September 2019|nach 1955 - Politik|0 Kommentare

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