seebrücke

Ansicht der Neusiedler Seebrücke nach einer Studie von Alfred Pauser. (Quelle: Burgenländische Landesbibliothek)

Anfang der 1970er Jahre wurde eine hitzige Debatte über eine geplante Errichtung einer Seebrücke über den Neusiedler See zwischen Mörbisch und Illmitz geführt. Während die Befürworter, unter der Führung von Landeshauptmann Theodor Kery, sich für eine bessere Verkehrsanbindung des Seewinkels einsetzten, befürchteten Naturschützer und Bürgerinitiativen die Zerstörung der Landschaft. Nach heftigen Protesten wurde die bereits vom Landtag 1971 beschlossene 3,2 km lange Seebrücke nicht gebaut.
Die Wochenzeitung BF zitiert dazu einen Illmitzer Gastwirt: „Wir können nicht ewig das Hirtenvolk bleiben. Unsere Menschen mussten auswandern, trotz bester Klima- und Bodenverhältnisse. Uns blieb nur ein schmaler Korridor nach Wien. Wir haben uns früher gefreut, wenn uns der Winter eine Eisbrücke gebracht hat. Wir haben 30 Jahre hinübergeschaut, wo die Gemeinden Licht hatten, während wir noch bei der Petroleumlampe saßen. Mit der Brücke steht und fällt der Seewinkel.”
(In: Michael Hess. Kein Strom, keine Verkehrsanbindung, kein Phantasyland – nicht verwirklichte Projekte im Bezirk Neusiedl am See. Burgenländische Forschungen Band 101. Insich(t) & ansich(t). Das Burgenland von 1921 bis 20111, Eisenstadt 2011. S.140)